"Mauthütterl" wurden zu Wechselstellen

3. Jänner 2002, 15:29
posten

Bereits mehr als 100.000 Euro als Wechselgeld herausgegeben - Staus blieben in Österreich aus

Wien - An Österreichs 14 Autobahn-Mautstellen ist die Umstellung auf den Euro reibungslos vonstatten gegangen. Bereits ein Drittel aller Autofahrer bezahle problemlos in Euro. Die Kassen an den Mautstellen sind mit der Silvesternacht zum Jahr 2002 auf Euro umgestellt worden. An den insgesamt rund 110 Mautspuren wird seit der Silvesternacht zum Jahr 2002 vorschriftsgemäß das entsprechende Wechselgeld Euro herausgegeben - egal mit welcher Währung der Autofahrer die Mautgebühr entrichten.

80.000 Zahlungsvorgänge jährlich

Österreichweit werden an den Mautstellen derzeit täglich rund 80.000 Zahlungsvorgänge bewältigt. In den letzten beiden Tagen haben die Mautstellen bereits rund 110.000 Euro (mehr als 1,5 Mill. S) Wechselgeld in Euro ausgegeben. Viele Leute bezahlten die Maut mit 1.000 S-Scheinen. Die Mauthütten würden dadurch zu einer der größten Wechselstube Österreichs, sagte Franz Lückler, Vorstand der Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag.

Keine nennenswerten Verzögerungen

Durch eine rechtzeitige Umstellung der Software sei es im Gegensatz zu den Mautstellen in anderen europäischen Ländern in Österreich zu keinen nennenswerten Verzögerungen oder gar Staus gekommen. Insgesamt habe die Umstellung der Maut-Software auf die neue Währung rund eine Mill. Euro (13,76 Mill. S) gekostet, meldete die Asfinag am Donnerstag in einer Presseinformation.

Tarife abgerundet

Die neuen Euro-Tarife wurden für alle Kategorien abgerundet. Für die Fahrt durch den Arlberg-Tunnel zahlt man nunmehr 9,00 Euro (123,84 S statt 130 S), für die Mautstrecke auf der Pyhrn-Autobahn 12,95 Euro (178,19 S statt 180 S), für die Tauern-Autobahn 10,00 Euro (137,60 S statt 140 S), für die Brenner-Autobahn 7,95 Euro (109,39 S statt 110 S) und für den Karawanken-Tunnel 6,50 Euro (89,44 S statt 90 S). Die Jahreskarten für Pkw kosten auf allen Mautstrecken einheitlich 87,00 Euro (1.197 S statt bisher 1.200 S). Besitzer einer Autobahn-Jahresvignette zahlen nur 47,00 Euro.

Vignetten billiger

Auch die Autobahn-Vignetten wurden übrigens billiger. Eine Jahresvignette kostet 72,60 Euro (999 statt bisher 1.000 S), bei allen anderen Autobahn-"Pickerl" ist die Ersparnis geringer. Durch die Gesamtzahl von über 14 Mill. Vignettenverkäufen und rund 32 Mill. Mautabfertigungen bedeutet die Abrundung bei der Umrechnung für die Asfinag pro Jahr Mindereinnahmen rund 2,4 Mill. Euro. Die Gesamteinnahmen aus den Streckenmauten beträgt jährlich rund 255 Mill. Euro bzw. aus den Vignettenverkäufen rund 305 Mill. Euro. Die Mittel sind zweckgebunden für den Betrieb, den Erhalt und den Ausbau des österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßennetzes. (APA)

Share if you care.