UV-Licht macht Sittiche sexy

9. Jänner 2002, 12:08
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Experiment zeigte: Mit Sonnenmilch eingecremte Tiere waren bei der Partnerwahl die Angeschmierten

Washington - Wellensittiche finden leuchtende Federn unwiderstehlich. Fluoreszierendes Gefieder hat für die Vögel einen deutlichen Sex-Appeal und spielt eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl. Das berichten die Biologin Kathryn E. Arnold von der Universität Glasgow in Schottland und Kollegen aus Australien im US-Wissenschaftsjournal "Science" vom Freitag.

Die Forscher wollten wissen, ob die im ultravioletten Sonnenlicht fluoreszierenden Federn auf dem Kopf und den Wangen von Wellensittichen (Melopsittacus undulatus) zufällig oder durch eine gezielte evolutionäre Auslese entstanden sind. Zum Test cremten die Wissenschafter die entsprechenden Federn einiger Männchen und Weibchen mit Sonnenmilch ein.

Zu unscheinbar

Die fluoreszierenden Pigmente im Gefieder der Vögel leuchten normalerweise auf, wenn sie ultraviolette Strahlung absorbieren und als sichtbares Licht wieder abgeben. Das Sonnenschutzmittel verminderte die Absorption des UV-Lichts und beeinträchtigte damit die Leuchtkraft der Federn erheblich.

Ergebnis: Die überwiegende Mehrheit der Test-Sittiche entschied sich für einen fluoreszierenden Vogel als Partner und mied die anderen, durch Sonnencreme schwächer leuchtenden Kandidaten. Arnold und Kollegen schließen daraus, dass die Leuchtkraft in den Federn der Wellensittiche ein "adaptiertes Signal" ist, das bessere Chancen bei der Partnerwahl verspricht. (APA/dpa)

Vgl. "Science" (Bd. 295, S. 92)
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