Pacult schlug Mykland die Tür zum "Löwen"-Kader zu

3. Jänner 2002, 14:24
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"1860er"-Ziele reichen von Klassenerhalt bis UEFA-Cup - Australier Ned Zelic zieht es nach Japan

München - Nach seinem Zerwürfnis mit Trainer Peter Pacult wird der frühere norwegische Teamspieler Erik Mykland in den Reihen des deutschen Bundesligisten TSV 1860 München nicht mehr zum Einsatz kommen. "Die Tür ist zu", erklärte Pacult am Donnerstag unwiderruflich nach dem Trainingsauftakt der "Löwen" im neuen Jahr. Der Wiener hofft, dass der Mittelfeldspieler, der mit dem aktuellen Tabellenachten einen Vertrag bis 30. Juni 2003 besitzt, noch während der Winterpause einen neuen Arbeitgeber findet.

Zelic zieht's nach Japan

Pacult plant für den weiteren Saisonverlauf zudem nicht mehr mit Abwehrspieler Ned Zelic. Der Australier fehlte am Donnerstag als einziger Profi beim ersten Training. Laut Pacult verhandelt Zelic, dessen Vertrag mit den "Löwen" am Saisonende ausläuft, mit einem japanischen Verein über einen sofortigen Wechsel. "Wenn er sich mit dem Verein einigt, wird man ihn hier nicht mehr sehen", sagte Pacult. Der Verein werde aber weder Mykland noch Zelic ablösefrei ziehen lassen, betonte der Coach.

Kein Augenleiden

Im Fall von Mykland griff Pacult hart durch und setzte damit drei Wochen vor dem Auftaktspiel gegen den 1. FC Köln ein deutliches Zeichen für alle Profis. "Mykland hat gesagt, er könne mein Gesicht nicht mehr sehen. Wie soll er dann bei mir trainieren" meinte Pacult als Reaktion auf eine Aussage des Spielers während dessen Urlaub in Norwegen. "Er hat alles gesagt. Er hat sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt mit dieser Aussage", bemerkte Pacult.

Mykland, Legionär mit Österreich-Vergangenheit (FC Linz), durfte am Donnerstag nur noch mit den Rekonvaleszenten ein Lauftraining absolvieren. "Erik Mykland ist nicht mehr bei der Mannschaft dabei", entschied Pacult. Er werde, wenn er keinen neuen Verein findet, auch nicht mit ins Trainingslager vom 12. bis 20. Jänner nach Rom fahren.

Minimalziel Klassenerhalt

Trotz des Höhenflugs vor der Winterpause bleibt für Pacult das Minimalziel in dieser Saison der Klassenerhalt. "Ich will so schnell wie möglich 40 Punkte machen", sagte der Österreicher, der am 18. Oktober Werner Lorant als Cheftrainer abgelöst hatte. Der UEFA-Cup ist aber kein Tabuthema. "Ich denke, wir sind stark genug, so weiter zu machen wie vor der Winterpause. Der UEFA-Cup sollte das Ziel sein", erklärte Spielmacher Thomas Häßler, der sich für eine Fortsetzung seiner Karriere bis 2003 entschieden hat: "Unterschrieben ist der neue Vertrag aber noch nicht." (APA/dpa)

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