Hedge Fonds: Diversifikation heißt das Schlüsselwort

3. Jänner 2002, 13:30
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Alternative Anlageformen erleben einen Boom

Der Begriff "Hedge Fonds" entstand, weil diese Fonds im Gegensatz zu normalen Investmentfonds auch in der Lage sind "Short" zu gehen, also Wertapiere zu verkaufen die sie noch gar nicht besitzen - in der Theorie um Positionen zu "hedgen", also abzusichern. Seit der Gründung des ersten Hedge Fonds durch einen Journalisten des Fortune-Magazine, Alfred W. Jones, im Jahre 1949 ist aber dieser konservative Aspekt des Hedging für einen Hedge Fonds Manager immer mehr in den Hintergrund gedrungen. Heutzutage benutzen diese Fondsmanager Ihre Short Positionen dazu, um u.a. Wetten auf die zukünftige Entwicklung von Aktien, Zinsen, Währungen, Optionen oder Terminkontrakten einzugehen.

Leverage-Effekt und absolute Performance

Ein weiterer grundlegender Unterschied zu "normalen" Investmentfonds besteht darin, dass Hedge Fonds ihr ihnen anvertrautes Kapital durch den Einsatz von "Leveraging", also Aufnahme von Fremdkapital, um ein Vielfaches vergrößern. Mehr als 70 Prozent der globalen Hedge Fonds nützen diesen Effekt laut VAN Hedge aus um damit sowohl ihr Risiko aber auch ihre Performance zu steigern.

Weiters ist das Ziel eines Hedge Fondsmanagers immer der absolute und nicht der relative Return, also das Schlagen einer Benchmark wie bei herkömmlichen Investmentfonds. Zwischen 1988 und 2000 konnten Hedge Fonds auch in Quartalen in denen der S&P 500 einen negative Performance hatte, eine kumulative Performance von 0,2 Prozent erreichen. Der S&P 500 selbst machte im selben Zeitraum 41,2 Prozent, der Morningstar Average Mutual Equity Fund Index sogar 43,8 Prozent, Verlust.

Niedrige Korrelation schafft Diversifikation

Eine weitere Eigenschaft ist die extrem niedrige Korrelation der Hedge Fonds mit traditionellen Anlageformen wie Aktien oder Anleihen - deswegen sind sie auch eine optimale Portfoliodiversifikation. Sozusagen "smarte" Investoren wie die Universitäten Yale oder Harvard investieren aus diesem Grund schon seit mehr als 10 Jahren einen konstanten Anteil von 10 Prozent ihrer Portfolios in Hedge Fonds. Je nach Anlagestil variiert die Korrelation zum MSCI World zwischen -0,8 und +0,8, durchschnittlich beträgt sie aber etwas unter 0,5. Zu Anleihen (Referenzindex: JP Morgan Global Bond) beträgt die durchschnittliche Korrelation sogar nur etwa 0,1. Weiters ist die Korrelation zwischen den einzelnen Anlagestrategien extrem niedrig, was den Hedge-Fonds-Sektor sehr inhomogen erscheinen lässt.

Ein weiterer Unterschied zu Investmentfonds ist darüber hinaus die Art der Bezahlung des Hedge-Fondsmanagers. Zusätzlich zu der durchschnittlichen Management-Fee von etwas über 1 Prozent, verlangen nahezu alle Fonds noch eine "Performance Allocation Fee" von etwa 20 Prozent der erreichten Performance.

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