Die Vorstufe zur Kultur

3. Jänner 2002, 13:11
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In Sachen Intelligenz stehen manche Papageienarten den höheren Primaten in nichts nach

Hamburg - Immer wieder wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten Experimente zur "tierischen Intelligenz" durchgeführt. Ergeben haben sie zweierlei: erstens dass "Intelligenz" ein zu vielschichtiger Begriff ist, als dass er sich in ein Ranking der intelligentesten Tiere überführen ließe. Manche Spezies weisen erstaunliche Merkfähigkeit auf, andere kopieren schnell - wenige punkten überall.

Zweitens wurde festgestellt, dass keineswegs nur die "klassischen" Kandidaten für Intelligenz wie Primaten und Delphine in Frage kommen: Papageienarten, aber auch Rabenvögel lassen zumindest niedere Primaten in Sachen Lernkapazität oft weit hinter sich. Verhaltensforscher sehen es als Vorstufe von Kultur an, wenn Tierevom Wissen ihrer Artgenossen profitieren, indem sie durch Beobachtungvon ihnen lernen und deren Verhalten übernehmen.

Jüngstes Beispiel: Ludwig Huber von der Universität Wien fand nach einem Bericht von "National Geographic" heraus, dass neuseeländische Gebirgspapageien, die Keas, durchBeobachtung die Zusammenhänge einer Aufgabe besser verstehen. EinKea, der zusehen darf, wie ein anderer Papagei die Verschlüsse einerBox öffnet, geht im Anschluss selbst viel zielstrebiger an diesselbeAufgabe heran. Huber vermutet, dass sich Keas durch den gegenseitigenInformationsaustausch einen Überlebensvorteil im unwirtlichen HochlandNeuseelands sichern.(red)

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