Virtuell zu den eigenen vier Wänden

3. Jänner 2002, 12:33
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Weniger zeitaufwendige Besichtigungen sollen Wohnungskauf erleichtern

Jeder, der schon einmal eine Wohnung oder ein Haus kaufen wollte, kennt die Situation: Ein Besichtigungstermin jagt den nächsten. Und am Ende war ein Großteil davon völlig umsonst. Dem will das Internet-Immobilienportal PlanetHome mit virtuellen Rundgängen durch zum Verkauf stehende Wohnungen Abhilfe schaffen. Zur Auswahl stehen derzeit rund 6000 Wohnungen.

Da bei der Traumimmobilie natürlich auch die Umgebung stimmen sollte, kann man sich auf einer virtuellen Autofahrt einen ersten Eindruck vom Stadtviertel verschaffen. Mittels eines interaktiven Stadtplans kann man das Umfeld einem Check unterziehen: Damit findet man sowohl Kindergärten, Schulen oder Supermärkte, aber auch Sportplätze und Freizeiteinrichtungen in unmittelbarer Nähe der Wohnung. Derzeit ist das komplette Stadtgebiet von Wien, Graz, Linz, Salzburg und Villach abgedeckt, in Kürze sollen Innsbruck und Klagenfurt dazukommen, sagt PlanetHome-Geschäftsführerin Regina Wagner.

Kostenlose Rundänge

Das neue Angebot werde von den Wohnungssuchenden gut angenommen, sagt Wagner. Ein Grund dafür sei, dass die Rundgänge kostenlos angeboten würden. Außerdem sei die Internet-Affinität in Österreich sehr hoch, speziell in der PlanetHome-Zielgruppe der Personen zwischen 30 und 50 Jahren. "Eine Wohnung wird durchschnittlich 50-mal im Internet besichtigt, rund zehn Leute machen einen Besichtigungstermin mit unseren Maklern aus, einer davon kauft dann die Wohnung tatsächlich", so Wagner. Im Sinne der ganzheitlichen Beratung biete PlanetHome für Kaufwillige spezielle Kreditkonditionen zur Finanzierung der Wohnung an. Der Kunde könne von zuhause aus per PC einen solchen Wohnungskredit beantragen. Sind alle Voraussetzungen dafür erfüllt, erhält er innerhalb von 48 Stunden die Finanzierungszusage. PlanetHome übernehme Akquisition und Abwicklung der Kredite, die Geldinstitute würden dafür deutlich günstigere Konditionen als im Filialgeschäft anbieten. "Derzeit liegt PlanetHome um rund ein Prozent unter den aktuellen Konditionen in den Zweigstellen", sagt Wagner.

Joint Venture

PlanetHome ist ein Joint Venture zwischen der Bank Austria und der deutschen PlanetHome AG, einer Tochter der Hypo Vereinsbank. Die mit einem Startkapital von zwei Mio. Euro (27,52 Mio. Schilling) ausgestattete Internetcompany mit derzeit 35 Mitarbeitern soll spätestens in drei Jahren den Sprung in die Gewinnzone schaffen.

Neben den Provisionsvereinbarungen mit den Banken sollen dafür weitere geplante Dienstleistungen wie die Organisation des Umzugs, ein Architektenservice oder die Bestellmöglichkeit von Möbeln über die PlanetHome-Homepage sorgen. (Robert Zwickelsdorfer, DER STANDARD Print-Ausgabe 3.Jänner 2002)

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