Der Lügendetektor am Flughafen

3. Jänner 2002, 12:31
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Wärmebildkamera erkennt, ob jemand die Wahrheit spricht oder lügt

London - US-Wissenschaftler haben einen Lügendetektor entwickelt, der sich möglicherweise auch als "Täterbarriere" beiSicherheitskontrollen an Flughäfen verwenden lässt. Das Gerät erkennt anhand des Wärmemusters im Gesicht, ob jemand die Wahrheit spricht oder lügt. Der Lügendetektor besteht aus einer Wärmebildkamera, die mit einem Computer verbunden ist.

"Bei Menschen, die lügen und mit einer Wärmebildkamera aufgenommen werden, erkennt der Computer die Erwärmung rund um die Augenpartie", erklärte Forscher James Levine von der Mayo Klinik in Rochester im Wissenschaftsmagazin Nature. Bei betrügerischen Absichten erzeuge der menschliche Körper im selben Moment typische psychologische Signale wie z.B. einen verstärkten Blutfluss in bestimmten Teilen im Gesicht, so der Studienleiter weiter.

Der Test

Freiwilligen Testpersonen wurde dem Bericht zufolge der Auftraggegeben, eine Schaufensterpuppe niederzustechen, ihr 20 Dollar aus der Hand zu reißen und dann ihre Unschuld zuerklären.

Die Wärmebild-Kamera habe 75 Prozent der "Schuldigen" und 90Prozent der "Unschuldigen" aus einer Kontrollgruppe ausgefiltert,deren Mitglieder nichts von dem "Scheinverbrechen" wussten, hieß esin dem Bericht. Die Erfolgsrate sei mit herkömmlichen Lügendetektoren, die Veränderungen der Pulsrate, der Atmung und der Schweißbildung messen, zu vergleichen.

Von jedem anwendbar

Der Vorteil der Wärmeanalyse ist laut Lügendetektor-Experten und Psychologen Charles Honts von der Boise State University in Idaho die einfachere Einsatzbarkeit. Tests mit herkömmlichen Lügendetektoren benötigten die Einwilligung der Personen, Zeit und Experten für die Dateninterpretation. Die Wärmekamera könnte von ungeschultem Personal verwendet werden, da keine komplizierten Messgeräte nötig seien, so die Forscher. Zudem seien bestehende Lügendetektoren nur an Gerichten einiger US-Bundesstaaten, in Japan und Israel zur Beweisführung gestattet. Die neue Methode könnte in Zukunft bei Kontrollen an Grenzen und Flughäfen für mehr Sicherheit sorgen, hofft das Forscherteam. (pte)

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