Preissenkung bei deutschen Discountern

3. Jänner 2002, 11:57
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Preisbeobachter rechnen aber bald mit ersten Anhebungen

Bad Breisig - Die Euro-Einführung hat bei Discountern in Deutschland zu einem Preisrutsch auf breiter Front geführt. "Seit dem 2. Jänner 2002 können die Verbraucher ihre Lebensmittel und Produkte für den täglichen Bedarf zumindest bei Deutschlands führenden Discountern um einiges günstiger einzukaufen", zog am Donnerstag Stephan Camphausen, der Geschäftsführer der Preiszeiger Wirtschaftsinformationsdienst GmbH in Bad Breisig eine erste Bilanz. Der Informationsdienst ist auf die Recherche von tagesaktuellen Preisen spezialisiert.

ALDI: In summa zwei Prozent

Allein beim Marktführer ALDI, der im Rahmen der Euro Umstellung alle Preise - mit Ausnahme von Zigaretten und Tabakwaren - absenkte, summierte sich der Nachlass nach den Recherchen gegenüber den alten Mark-Preisen auf etwa zwei Prozent. "Eine derartige Preissenkung hat es bisher noch nicht gegeben", sagte Camphausen. Konkurrent Lidl habe bei etwa 650 seiner Produkte die Preise gesenkt. Der zur Tengelmann-Gruppe gehörende Discounter Plus habe mit 360 Preisveränderungen nach unten ebenfalls mehr Produkte im Preis gesenkt, als noch vor wenigen Tagen angekündigt.

Lediglich der Discounter Netto nutzte nach Angaben des Wirtschaftsinformationsdienstes die Euro-Umstellung auch für Preiserhöhungen. Den bisher ermittelten 56 Preissenkungen stünden hier 15 Preiserhöhungen gegenüber. Der Discounter Penny habe die Preise lediglich in Euro umgerechnet.

Camphausen: ALDI-Konkurrenten werden sich anpassen

Doch muss dies nicht das letzte Wort sein. "Erfahrungsgemäß orientieren sich alle Discounter, wie auch der gesamte Lebensmittel-Einzelhandel in Deutschland, an den von ALDI vorgegebenen Schwellenpreisen", berichtete Camphausen. Deshalb sei nicht auszuschließen, dass die Konkurrenten sich kurzfristig dem neuen ALDI-Niveau anglichen.

Allerdings rechnen die Preisbeobachter damit, dass auch beim Marktführer Preisschritte wieder nach oben "schon fest eingeplant" sind. Schon Anfang März könnte es nach Einschätzung Camphausens zu Preiserhöhungen kommen. So habe ALDI Nord an seine Filialen doppelseitig bedruckte Preisschilder herausgegeben. Auf der einen Seite stehe neben dem jetzt aktuellen Euro-Preis auch der sauber umgerechnete Mark-Preis, auf der anderen ab März gültigen Seite nur noch der Euro-Preis. Etwa ein Viertel der Preisschilder weise jedoch auf der Rückseite eine leere Fläche auf. "Wir gehen davon aus, dass hier ab Anfang März Preisanpassungen nach oben vorgenommen werden", sagte Camphausen. (APA)

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