Im Ohrensessel: Über das Anderssein

3. Jänner 2002, 17:34
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Die Geschichte vom Wuselding - ein entzückendes Patchwork unterschiedlichster Lebensformen

Dieses Ding, Viech, Wesen ist . . . irgendwie anders. Und wie das so häufig mit Wesen passiert, die "irgendwie anders" sind, hat es nicht gar viele Freunde. Denn für jemanden, der irgendwie anders ist, muss erst Platz (im Kopf) geschaffen werden. Oft geschieht das nicht, wie uns die Geschichte des Homo sapiens sapiens beweist. Das ist bitter und es macht bitter.

Als es eines Nachts klopft und ein anderes Wesen, das wieder ganz anders ist, in dieser Geschichte auftaucht, nimmt diese einen allzu bekannten Lauf. Was weiter passiert, soll hier nicht verraten werden, aber gleich vorab als Vorgeschmack: Unser "Irgendwie Anders" ist gar nicht so anders als die anderen, und wäre da nicht sein wirklich weiches Herz, hätte die Geschichte um ein Haar traurig ausgehen können.

Die von Kathryn Cave erzählte Geschichte vom Wuselding ist dank der Bilder von Chris Riddell (siehe rechts) ein entzückendes Patchwork unterschiedlichster Lebensformen. Der Band ist für die wirklich Kleinen (ab drei) gedacht und in seinem kurzweiligen Charme weder belehrend noch überbetulich. Das Buch ist nicht mehr ganz neu, die Themen Andersartigkeit und Diskriminierung jedoch aktueller denn je. Irgendwie anders sind wir alle, das ist gut so und sollte auch so bleiben. Punktum! (DER STANDARD, Print-Ausgabe, Maria Angela Pieta)

Kathryn Cave/Chris Riddell
Irgendwie Anders
öS 175,-/EURO 12,70
Oetinger-Verlag, Hamburg 1994
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