USA fordern Indien und Pakistan zum Dialog auf

2. Jänner 2002, 22:03
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Straw: Blair hat keinen Friedensplan für Kaschmir im Gepäck

Washington/London - Die USA haben Indien und Pakistanam Mittwoch gedrängt, ihren Konflikt durch Dialog auszuräumen. DerSüdasiengipfel SAARC in Nepal sei eine Gelegenheit dafür, sagteUS-Außenamtssprecher Richard Boucher in Washington. Die US-Regierungbemühe sich weiterhin aktiv um eine Entspannung. Außenminister ColinPowell habe seit Freitag vier Mal mit dem pakistanischen PräsidentenPervez Musharraf und drei Mal mit dem indischen Außenminister JaswantSing telefoniert, teilte Boucher mit.

In Kathmandu kommen die Regierungschefs Indiens, Pakistans,Nepals, Bangladeschs, Sri Lankas, Bhutans und der Malediven amkommenden Wochenende zusammen. Am Mittwoch trafen sich dort dieAußenminister dieser Länder. Es gab jedoch keine Anzeichen für einZweiergespräch des indischen Außenministers mit seinem pakistanischenKollegen Abdul Sattar.

USA zuversichtlich

Boucher bescheinigte den beiden streitenden Parteien, aufverantwortliche Weise um eine Entschärfung des Konflikts bemüht zusein. Die USA seien zuversichtlich, dass Musharraf weiterhinenergisch gegen den Terrorismus vorgehen werde, betonte er.

Die britische Regierung hat unterdessen Berichte über eineVermittlung von Premierminister Tony Blair im Konflikt zwischenIndien und Pakistan heruntergespielt. Außenminister Jack Strawbestätigte am Mittwoch zwar eine Reise Blairs in die Region in derkommenden Woche, der Premierminister habe jedoch keinen Friedensplanim Gepäck. Die Besuche in Indien, Pakistan und Bangladesch seienaußerdem schon vor Beginn des jüngsten indisch-pakistanischen Streitsgeplant worden, sagte Straw in einem BBC-Interview.

"Bilateraler Konflikt"

Straw bezeichnete den Streit zwischen Indien und Pakistan um dasgeteilte Kaschmir als bilateralen Konflikt, der auch bilateral gelöstwerden müsse. Wenn Blair aber dazu beitragen könne, das Klima fürVerhandlungen zwischen den beiden Staaten zu verbessern, sei diesumso besser, erklärte der britische Außenminister.

Das Büro des Premierministers wollte unter Hinweis aufSicherheitsbelange keine Einzelheiten der Reise nennen. Derpakistanische Regierungssprecher Aziz Ahmed Khan sagte jedoch amMittwoch, Blair werde am Montag zu einem zweitägigen Besuch inIslamabad erwartet. Die britische Nachrichtenagentur PA hatte amDienstagabend gemeldet, zuvor plane Blair ein Treffen mit demindischen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee.

In Pakistan hieß es, Blair werde sich bei seinem Besuch inIslamabad um einen Abbau der jüngsten Spannungen bemühen und Pakistanund Indien zum Dialog auffordern. Indien macht Pakistan für denÜberfall auf das Parlament in Neu-Delhi verantwortlich, bei dem am13. Dezember 14 Menschen getötet wurden. (APA/dpa/AP)

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