Akustische Waffe tötet Wale

2. Jänner 2002, 21:57
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Erstmals gibt es die US-Navy zu: Neues Sonar beschallt das Meer großflächig und in enormer Lautstärke

Washington - Im März 2000 strandeten bei den Bahamas 16 Wale, sechs starben. Unter Verdacht geriet die US-Navy, die in der Gegend eine neue akustische Waffe getestet hatte, ein Sonar, das das Meer in enormer Lautstärke großflächig beschallt, um feindliche Unterseeboote aufzuspüren.

"Die wahrscheinlichste Ursache für das Stranden der Wale sind die Sonaroperationen", bestätigt jetzt die Navy, die von der National Oceanic and Athmospheric Administration (NOAA) einen Bericht erarbeiten ließ, in dem alle erdenklichen Verdächtigen durchgecheckt werden.

Sicher ist, dass Lärm mitgespielt hatte: Drei Wale hatten Blutungen am Innenohr, einer am Gehirn. Die NOAA, die die Region seit langem mit Mikrofonen im Wasser überwacht, konnte andere Lärmquellen wie Vulkanausbrüche ausschließen, sieht allerdings ein unglückliches Zusammentreffen verschiedener Umstände. So war das Meer extrem ruhig und ließ Schall gut durch. Die NOAA fordert von der Navy Rücksicht auf die Wale ("in Friedenszeiten") und neue Forschungen. Die haben Tradition: Die Navy ist wegen anderer Sonarprojekte mit zehn Millionen US-Dollar im Jahr ohnehin der größte Sponsor der Meereslärmforschung. (jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 1. 2002)

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