Israel beharrt auf einwöchiger Waffenruhe

2. Jänner 2002, 21:29
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Sharon sieht kein Ende der palästinensischen Gewalt - Autonomiebehörde verfügt angeblich über Raketen

Jerusalem - Kurz vor Beginn eines neuenVermittlungsversuchs der USA in Nahost hat der israelischeMinisterpräsident Ariel Sharon seine Forderung nach einer Woche ohnepalästinensische Gewalt erneuert. "Der Weg zum Verhandlungstischführt über sieben Tage absolute Ruhe", wird Sharon in einer Erklärungseines Büros zitiert. Der US-Gesandte Anthony Zinni soll amDonnerstag für zunächst vier Tage in die Region zurückkehren. Er warim Dezember wegen der ausufernden Unruhen abberufen worden.

Die USA teilen Sharons Forderung nach einer einwöchigen Waffenruhenicht bedingungslos, wie aus US-Kreisen verlautete. Die erneuteForderung Sharons deutet daher auf eine mögliche Konfrontation hin.Die Gewalt in Nahost ist stark zurückgegangen, seit derpalästinensische Präsident Yasser Arafat vor rund zwei Wochenangekündigt hatte, härter gegen Extremisten vorzugehen. Seit dem 16.Dezember wurde kein Israeli mehr von Palästinensern getötet. Aufpalästinensischer Seite wurden dagegen 20 Personen getötet; unteranderem erschossen israelische Soldaten acht Palästinenser, dieangeblich in Gewalttaten und Terroranschläge verwickelt waren.

Panzer- und Luftabwehrraketen

Die Palästinensische Autonomiebehörde verfügt nach Erkenntnissenisraelischer Sicherheitskreise über Panzer- und Luftabwehrraketen.Die Geheimdienste gingen auch davon aus, dass im GazastreifenKatjuscha-Raketen gelagert würden, berichtete der israelischeRundfunk am Mittwoch. Es gebe zudem "sehr detaillierteInformationen", dass auch die radikal-islamische Hamas-Organisationim Westjordanland und im Gazastreifen an der Konstruktion von Raketenarbeite.

Hamas dementierte jedoch am Mittwoch einen Bericht, wonach derisraelische Inlandsgeheimdienst Shin Beth vor zwei Wochen einen ihrerAktivisten festgenommen hat, der in Saudiarabien Geld für den Bau vonRaketen beschaffen wollte. Nach Shin-Beth-Angaben wurde der Mann inRafah im Süden des Gazastreifens in Gewahrsam genommen.(APA/AP/Reuters/dpa)

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