Die "Pille" senkt möglicherweise das Krebsrisiko

2. Jänner 2002, 21:11
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Doch nur Frauen, die eine hohe Progestin-Konzentration einnehmen, erkranken deutlich seltener an Eierstockkrebs

Durham/North Carolina - Frauen, die Antibabypillen mit hohen Konzentrationen des Hormons Progestin verwenden, erkranken deutlich seltener an Eierstockkrebs. Das fand die Medizinerin Joellen M. Schildkraut von der Duke University in Durham/North Carolina heraus. Die Ergebnisse der Forschungsstudie werden in der Januar-Ausgabe des "Journal of the National Cancer Institute" veröffentlicht.

Bereits frühere Studien haben auf den Zusammenhang zwischen der Antibabypille und dem Risiko von Eierstockkrebs hingedeutet. Die Wissenschaftler wiesen in ihrer Studie an 390 Frauen nun nach, dass die schützende Wirkung von der Konzentration des Hormons Progestin, der synthetischen Form des Sexualhormons Progesteron, abhängt. Allerdings ist die Wirkung der verschiedenen oralen Kontrazeptiva sehr unterschiedlich: Frauen, die Pillen mit geringem Progestin- und hohen Östrogenkonzentrationen einnahmen, haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, als jene, die hohe Konzentrationen beider Hormone bekamen. Bei Frauen, die keine Antibabypille einnehmen sei das Risiko sogar dreimal so hoch, so die Studie.

Schildkraut warnt jedoch vor einem verfrühten Triumph: Progestin könne zwar Eierstockkrebs verhindern, eine vermehrte Einnahme von Hormonen könne aber die Bildung anderer Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs möglicherweise sogar fördern. Außerdem lag das Durchschnittsalter der Probandinnen bei 44 Jahren, während das Durchschnittsalter bei Eierstockkrebs 59 Jahre beträgt. (pte)

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