Washington will Omar bei Kapitulation in USA überstellen

3. Jänner 2002, 11:08
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Afghanische Behörden wollen Blutvergießen bei Ergreifung des Taliban-Chefs vermeiden

Washington - Die USA wollen die Herausgabe des Taliban-Chefs Mullah Mohammed Omar verlangen, falls er sich afghanischen Truppen stellt. Wie Pentagon-Sprecherin Victoria Clarke am Mittwoch in Washington mitteilte, wurden die afghanischen Truppen bereits unterrichtet, dass Omar in einem solchen Fall "in die USA überstellt" werde. Nach Angaben des afghanischen Geheimdienstchefs Haji Gullalai ist in der Provinz Helmand im Süden des Landes eine "Aufräumaktion" im Gange, die die Ergreifung Omars zum Ziel hat.

Die US-Streitkräfte in Afghanistan halten mehr als 220 Gefangene, wie das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch bekanntgab. Die meisten mutmaßlichen Taliban- und El-Kaida- Mitglieder sind in einem Behelfsgefängnis auf dem Flughafen von Kandahar untergebracht. Der Fernsehsender CNN berichtete aus Kandahar, mehrere der Gefangenen hätten in den USA studiert. Es wird erwartet, dass viele der Gefangenen demnächst verlegt werden. Als wahrscheinlichster Ort dafür gilt der US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba.

Antwort von Taliban-Chef auf Kapitulationsangebot noch offen Übergangsregierung will Blutvergießen vermeiden

Antwort von Omar steht noch aus

Die afghanischen Behörden warten auf eine Antwort auf ihr Kapitulationsangebot an den flüchtigen Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar. Ein Sprecher des afghanischen Geheimdienstchefs in Kandahar sagte am Donnerstag, die Abgesandten seien wieder zurückgekehrt. Grundsätzlich wolle man Blutvergießen vermeiden. Omar wird in der Nähe der Stadt Baghran in der Provinz Helmand vermutet. Er soll von bis zu 1000 Kämpfern beschützt werden. Unklar blieb, ob er unter der Kontrolle örtlicher Stammesführer steht.

Der Sprecher von Kandahars Sicherheitschef Haji Gullalai sagte: "Wir warten noch auf eine Antwort auf unsere Forderungen." Ziel sei, die Sache ohne Blutvergießen zu lösen, aber "es ist ihre Entscheidung, wie sie reagieren wollen". (APA/dpa)

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