Anti-Baby-Pille reduziert Eierstockkrebsrisiko um die Hälfte

3. Jänner 2002, 08:56
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Studie schreibt Effekt vor allem hohem Progestin-Anteil zu

Washington - Anti-Baby-Pillen mit den Hormonen Östrogen und Progestin senken einer neuen Studie zufolge das Risiko von Eierstockkrebs um etwa die Hälfte. Das verbleibende Risiko wird demnach noch einmal halbiert, wenn die Pille einen besonders hohen Anteil an Progestin hat, wie es bei früheren Generationen der Empfängnisverhütungsmittel üblich war. Das berichtet ein Team um Patricia G. Moorman von der Duke Universität (US-Bundesstaat North Carolina) in der Jänner-Ausgabe des amerikanischen "Journal of the National Cancer Institute" vom Mittwoch.

Moorman und Kollegen überprüften die Teilnehmerinnen einer Studie von 1980 bis 1982. Von den 3.200 Frauen entwickelten 390 im Verlauf der vergangenen 20 Jahre Eierstockkrebs.

Die meisten Krebspatientinnen gehörten der Gruppe an, die keine "Pille" genommen hatte. Am seltensten war der Krebs bei Frauen, die Anti-Baby-Pillen mit besonders viel Progestin nahmen, denen allerdings auch die schlimmeren Nebenwirkungen zugeschrieben werden. Das Team um Moorman will als nächstes untersuchen, ob Medikamente mit dem Hormon Progestin bei Frauen mit einer Veranlagung für Eierstockkrebs auch gezielt zur Vorbeugung eingesetzt werden könnten.

Schildkraut warnt jedoch auch vor einem verfrühten Triumph: Progestin könne zwar Eierstockkrebs verhindern, eine vermehrte Einnahme von Hormonen könne aber die Bildung anderer Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs möglicherweise sogar fördern. Außerdem lag das Durchschnittsalter der Probandinnen bei 44 Jahren, während das Durchschnittsalter bei Eierstockkrebs 59 Jahre beträgt.

Eierstockkrebs ist für rund 60 Prozent der Betroffenen tödlich. In den USA ist dieser Tumor mit 23.000 neuen Erkrankungen im Jahr die Nummer sechs auf der Liste der häufigsten Krebsarten bei Frauen. (APA)

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