Netzpremiere für Luxusartikel

2. Jänner 2002, 17:47
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Modedesigner wie Louis Vuitton können das Internet nicht mehr ignorieren

Wien - Die Homepages der internationalen Markenartikelindustrie boten bisher kaum die Möglichkeit zum Shoppen. Dies ändert sich nun langsam. Immer öfter werden Teile der aktuellen Kollektion auch über das Web verkauft.

Sehr oft wird dabei der Webshop zuerst einmal nur für amerikanische Kunden geöffnet, wie beispielsweise bei Louis Vuitton derzeit der Fall. Allerdings könnte sich dies mit dem Euro, der ja ein europaweit einheitliches "Pricing" der Waren möglich macht, schnell ändern, betont die Pressesprecherin von Louis Vuitton, Elisabeth Hirnigel.

Noble Zurückhaltung

Außerdem ist bei einem Kauf solcher Artikel das "Look & Feel" eminent wichtig. "Wir sind deshalb immer davon ausgegangen, dass wir bei Webshops nicht die ersten sein müssen", wie Wolfgang Thoeren, Geschäftsführer von Bodyshop, meint. Die Zurückhaltung der Branche war unter anderem auch darin begründet, dass man befürchtete, lokalen Boutiquenbesitzern und Modehäusern, die Luxusmarken führen, zu starke Konkurrenz zu machen. Mittlerweile aber hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass man über das Internet eine andere, jüngere Kundschaft gewinnen kann, als die, die Luxusgeschäfte gemeinhin frequentiert. Diese Überlegung hat zum kürzlich erfolgten Relaunch der Website der Tiroler Swarovski-Gruppe geführt, wo neben einer Dialogplattform für Retailer auch ein Shop mit 400 Artikeln eingeführt wurde.

"Kleine Artikel"

"Da können wir zwar unser Sortiment nicht dreidimensional darstellen, aber man kann das Internet als Absatzkanal nicht mehr ignorieren. Vor allem kleine Artikel im Wert von bis zu hundert Euro werden so gekauft", sagt Carina Schiestl-Swarovski. Dem_entsprechend sind die Umsatzziele von Swarovski im Onlineverkauf nur bescheiden.

Bis Ende 2005 sollen fünf Prozent vom Gesamtumsatz im Business-to-Consumer-Bereich erwirtschaftet werden. Allerdings geht es auch ganz anders.

Die Wiener Jungdesignerin Astrid Ellis vermarktet ausschließlich über ihren Onlineshop The Living Edition hochpreisige Handtaschen und Schmuckentwürfe. "Vor allem über Mundpropaganda erreichen wir eine an Mode interessierte, oft sehr extravagante Klientel in der ganzen Welt", sagt der Managing Director von The Living Edition, Peter Lindenberg. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe 3.1.2001)

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