Türkei: bereits 43 Tote bei Hungerstreik

2. Jänner 2002, 16:51
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Häftlinge protestieren gegen noch kleinere Zellen - Staatsanwaltschaft fordert rasches Verbot von Kurdenpartei

Istanbul - Bei dem Hungerstreik türkischer Gefangener ist der 43. Häftling gestorben. Der 32-Jährige erlag nach 265 Tagen im Krankenhaus von Izmir im Westen des Landes den Folgen der Nahrungsverweigerung, wie die türkische Menschenrechtsverein IHD mitteilte. Der Anhänger einer Kommunisten-Organisation hatte seit 1996 auf seinen Gerichtsprozess gewartet. Seit Oktober 2000 beteiligen sich hunderte Häftlinge und ihre Angehörigen an dem Hungerstreik gegen die geplante Einführung kleinerer Zellen.

Der türkische Generalstaatsanwalt Sabih Kanadoglu forderte unterdessen die rasche Aufnahme des Verbotsverfahrens gegen die Kurdenpartei HADEP. Der Fortbestand der Partei gefährde die Einheit der Türkei, sagte er der Nachrichtenagentur Anadolu. Die Staatsanwaltschaft hatte im Januar 1999 vor dem Verfassungsgericht einen Verbotsantrag gegen die HADEP eingereicht. Zur Begründung hieß es, sie werde von der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gelenkt. Die HADEP tritt für eine friedliche Lösung des Kurdenkonflikts ein, in dem seit 1984 bereits rund 36.500 Menschen getötet wurden. (APA/AP)

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