Netzpremiere für Luxusartikel

2. Jänner 2002, 16:50
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Modedesigner wie Louis Vuitton können das Internet nicht mehr ignorieren

Wien - Die Homepages der internationalen Markenartikelindustrie boten bisher kaumdie Möglichkeit zum Shoppen. Dies ändert sich nunlangsam. Immer öfter werdenTeile der aktuellen Kollektionauch über das Web verkauft.

Sehr oft wird dabei derWebshop zuerst einmal nurfür amerikanische Kundengeöffnet, wie beispielsweisebei Louis Vuitton derzeit der Fall. Allerdings könnte sichdies mit dem Euro, der ja eineuropaweit einheitliches "Pricing" der Waren möglichmacht, schnell ändern, betontdie Pressesprecherin vonLouis Vuitton, ElisabethHirnigel.

Noble Zurückhaltung

Außerdem ist bei einemKauf solcher Artikel das "Look& Feel" eminent wichtig. "Wirsind deshalb immer davonausgegangen, dass wir bei Webshops nicht die erstensein müssen", wie WolfgangThoeren, Geschäftsführer vonBodyshop, meint. Die Zurückhaltung der Branche warunter anderem auch darin begründet, dass man befürchtete, lokalen Boutiquenbesitzern und Modehäusern, dieLuxusmarken führen, zu starke Konkurrenz zu machen.Mittlerweile aber hat sich dieAnsicht durchgesetzt, dassman über das Internet eineandere, jüngere Kundschaft gewinnen kann, als die, dieLuxusgeschäfte gemeinhinfrequentiert. Diese Überlegung hat zum kürzlich erfolgten Relaunch der Website derTiroler Swarovski-Gruppe geführt, wo neben einer Dialogplattform für Retailer auch einShop mit 400 Artikeln eingeführt wurde.

"Kleine Artikel"

"Da können wir zwar unserSortiment nicht dreidimensional darstellen, aber mankann das Internet als Absatzkanal nicht mehr ignorieren.Vor allem kleine Artikel imWert von bis zu hundert Eurowerden so gekauft", sagt Carina Schiestl-Swarovski. Dementsprechend sind die Umsatzziele von Swarovski imOnlineverkauf nur bescheiden.

Bis Ende 2005 sollen fünfProzent vom Gesamtumsatzim Business-to-Consumer-Bereich erwirtschaftet werden.

Allerdings geht es auchganz anders.

Die Wiener JungdesignerinAstrid Ellis vermarktet ausschließlich über ihren Onlineshop The Living Editionhochpreisige Handtaschenund Schmuckentwürfe. "Vorallem über Mundpropagandaerreichen wir eine an Mode interessierte, oft sehr extravagante Klientel in der ganzen Welt", sagt der Managing Director von The Living Edition,Peter Lindenberg.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 1. 2002)

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