Das Material, das den Erdmantel ausmacht

3. Jänner 2002, 22:07
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Olivin hat einen starken Einfluss auf die Fließeigenschaften des Magmas

Hiroshima - Japanische Wissenschafter untersuchten die Eigenschaften des Stoffs, der nach heutigem Wissen den Hauptbestandteil des 2900 km dicken flüssigen Erdmantels bildet und die Fließeigenschaften des Magmas somit stark beeinflusst: Olivin. Olivin, das auch eines der Hauptmineralien von Meteoriten darstellt, ist ein Silikatmineral mit Eisen und Magnesium und kommt überwiegend als (Mg,Fe)2SiO4 vor. Es gelangt durch bestimmte vulkanische Prozesse in Form von Gesteinsfragmenten("Xenolithen") aus Tiefen von bis zu 300 Kilometer an die Oberfläche.

J. Ando und seine Kollegen von der Hiroshima-Universität veröffentlichten einem Bericht von "Nature" zufolge eine Untersuchung an Olivinkörnern, die mittels Versatzdislokation (das ist das Gleiten von Dislokationen innerhalb der Kristallgitterstruktur) deformiert wurden. Dabei fanden sie heraus, dass dabei eine chemische Trennung auf mikroskopischer Ebene erfolgen kann.

Die Untersuchung der Fließeigenschaften ist nicht zuletzt deshalb interessant, weil daraus wertvolles Grundlagenwissen für die Erdbebenforschung gewonnen werden kann. Aus dem oben genannten Trennungsphänomen ergeben sich nämlich in weiterer Folge Auswirkungen auf Hochdruckvorgänge bei der Entstehung von Tiefenerdbeben. Solche Tiefenerdbeben entstehen etwa in tektonischen "Subduktionszonen" - also dort, wo sich eine (leichtere) Kontinentalplatte auf eine ozeanische Platte schiebt und diese damit zum Abtauchen zwingt. (red)

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