Biowissenschaften: Im Trott der Pferde

10. Februar 2003, 15:53
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Distale Teile der Beinmuskulatur des Pferdes sind nahezu völlig zu Sprungsehnen umgewandelt, was den Tieren ermöglicht, in einer energiesparenden Gangart federnd zu springen. Die verbleibenden, winzigen Muskelfasern (nur wenige Millimeter lang) sind jedoch mehr als nur funktionslose Rudimente. Alan Wilson und seine Kollegen vom Royal Veterinary College in Hatfield, Großbritannien, unterzogen die Bewegungsenergetik des Pferdes einer näheren Betrachtung (Nature414, pp 895-899; 2001). Sie demonstrierten, dass der Lauf des Pferdes ein spezialisiertes Sprungsystem darstellt und in der Lage ist, große Mengen an elastischer Energie relativ zu seiner Masse zu speichern. Die Gliedmaßen schwingen nach jedem Aufsetzen auf den Boden genügend mit und bewirken so eine Dämpfung. Weit davon entfernt, Nebenprodukt der Evolution zu sein, bewirkt der Beugemuskel der Zehen eine Dämpfung, wie Ingenieure sie in Londons wacklige Millennium-Brücke oder in Roboter einbauen. "Diese Forschungsarbeit lässt uns erstaunt fragen, ob andere rudimentäre Organe (wie der Blinddarmfortsatz des Menschen) nicht auch eine Funktion haben könnten", sagt R. McNeill Alexander von der University of Leeds, England, in einem begleitenden News-and-Views-Artikel.

distal Rumpffern, vom Rumpf weiter entfernte Abschnitte der Extremitäten betreffend, aber auch z.B. das eine Ende eines Hohlleiters betreffend Bsp.: 1. d. Abschnitt des Ureters 2. die Finger liegen d. der Hand Das Gegenteil von d. ist proximal.

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