Pakistan will Kaschmir- Rebellen weiter politisch unterstützen

2. Jänner 2002, 15:04
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Für Pakistan ein "legitimer Kampf" - Indien spricht von "Terrorismus"

Islamabad/Kathmandu - Pakistan will trotz der jüngsten extremen Spannungen mit Indien die moslemischen Aufständischen im indischen Teil Kaschmirs weiter unterstützen. Der pakistanische Außenamtssprecher Aziz Ahmed Khan sprach am Mittwoch von "moralischer und politischer Unterstützung für den gerechten, einheimischen und legitimen Kampf" um die Freiheit Kaschmirs. Indien wirft Pakistan vor, ausländische Moslemextremisten zu bewaffnen und über die Grenze zu schicken, und spricht von "Terrorismus".

Ahmed Khan bot Indien erneut Gespräche schon während des Südasiengipfels der SAARC-Staaten in Nepal an. Dort kamen am Mittwoch die Außenminister Indiens, Pakistans, Nepals, Bangladeschs, Sri Lankas, Bhutans und der Malediven zusammen. Es gab jedoch keine Anzeichen für ein Zweiergespräch des indischen Außenministers Jaswant Singh mit seinem pakistanischen Ressortkollegen Abdul Sattar.

Nach dem Terroranschlag auf das indische Bundesparlament im Dezember hatte Indien einen Krieg nicht mehr ausgeschlossen, weil es für die Tat extremistische Moslemgruppen verantwortlich macht, die in Pakistan ihre Hauptquartiere haben. Inzwischen hat Pakistan auf Druck der USA die Anführer zweier Gruppen festgenommen.

Indien muss Auslieferungsgesuch stellen

Pakistan hat von Indien für die Auslieferung von Moslemextremisten ein förmliches juristisches Verfahren verlangt. Zunächst müssten vor einem indischen Gericht Anklagen vorgebracht, Beweise vorgelegt und dann Auslieferungsersuchen gestellt werden, sagte der pakistanische Außenminister Abdul Sattar nach Angaben der pakistanischen Zeitung "Nation" vom Mittwoch. Indien hatte Pakistan eine Liste mit Namen von Verdächtigen vorgelegt.

Indien verlange unter anderem die Auslieferung der Anführer der extremistischen Moslemgruppen Lashkar-e-Toiba und Jaish-e-Mohammed, berichtete die pakistanische Zeitung. Indien macht diese Gruppen für den Terroranschlag auf das indische Parlament verantwortlich. Die beiden Anführer, Azhar Masood und Hafiz Muhammad Saeed, wurden inzwischen auf indisches Drängen in Pakistan festgenommen. Experten meinen jedoch, es werde Indien schwer fallen, Beweise für deren direkte Verwicklung in das Attentat von Neu-Delhi vorzulegen. (APA/dpa)

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