Nach starkem Schneefall wieder Chaos in Osteuropa

2. Jänner 2002, 20:17
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Straßen blockiert - Dörfer ohne Strom - Maste brechen unter Last des Schnees zusammen

Warschau/Prag/Preßburg/Sofia - Nach heftigen Schneestürmen ist in weiten Teilen Osteuropas am Mittwoch ein Verkehrschaos ausgebrochen. Schneeverwehungen blockierten zahlreiche Straßen, etliche Dörfer waren ohne Strom und in den Städten war selbst der öffentliche Nahverkehr stark eingeschränkt.

Ganze Regionen seien durch Schneeverwehungen gelähmt, berichtete der polnische Rundfunk. Im oberschlesischen Ballungsgebiet brach der öffentliche Nahverkehr zusammen. In der ostpolnischen Region um Bialystok waren am Morgen 150 Dörfer von der Stromversorgung abgeschnitten, weil die Maste unter der Last des Schnees zusammenbrachen.

Auch in weiten Teilen Bulgariens Schneeverwehungen bis zu zwei Metern

In Tschechien rief die Straßenwacht in mehr als einem Drittel der Landkreise den Notstand aus, meldete die Nachrichtenagentur CTK. Besonders betroffen waren Mittel- und Südböhmen sowie die Mittelgebirge im Norden des Landes.

Ein prominentes Opfer forderten die Wetterkapriolen in der Slowakei: Im dichten Schneesturm geriet das Auto des slowakischen Staatspräsidenten Rudolf Schuster in eine Massenkarambolage. Schuster und seine Frau, die gerade auf der Heimfahrt vom Weihnachtsurlaub waren, erlitten Prellungen. Insgesamt wurden sieben Menschen bei der Karambolage von zehn Autos auf der Straße zwischen Nitra und Preßburg verletzt. In der Hohen Tatra im Norden der Slowakei rückte die Armee aus, um einen eingeschneiten Zug einer Gebirgsbahn frei zu schaufeln. Die Fahrgäste waren bereits am Neujahrsabend unverletzt befreit worden.

Auch in weiten Teilen Bulgariens türmten sich Schneeverwehungen bis zu einer Höhe von zwei Metern auf. Am schlimmsten betroffen war der Nordosten des Landes, berichtete der Staatsrundfunk in Sofia. In Dutzenden von Dörfern brachen die Strom- und Wasserversorgung zusammen. Der öffentliche Nahverkehr war landesweit behindert. (APA/dpa)

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