Ein geheimnisvolles Gewächs

4. April 2003, 12:42
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Wacholder hat viele Namen: Machandel heißt er im Märchen, Granwirlbeere im Gebirge und auch Räucherstrauch und Feuerbaum wird er genannt.

Wacholder ist eines der Gewächse, um die sich die meisten abergläubischen Mythischen ranken. Die Wacholderbeere ist ein uraltes Heil-, Würz- und Zaubermittel. Die alten Ägypter machten aus den Beeren Mundwasser. Bei den Griechen und den Römern wurde es gegen Schlangenbisse eingesetzt. Im Mittelalter glaubte man, mit Wacholderzweigen den Teufel vertreiben zu können.

In Sagen, Märchen und Liedern galt der Wacholder früher als rätselhaftes, geheimnisvolles Gewächs und schützte vor Hexen, Zaubern und anderen dämonischen Wesen. Auf Friedhöfen und ums Haus gepflanzt diente er als Schutz vor Hexen und bösen Geistern.

Der Wacholderstrauch wächst in ganz Europa. Das zypressenartig wachsende Nadelgehölz wird gern in Gärten und Parks als Zierstrauch angebaut, er wächst aber auch wild. Zwei Jahre brauchen die bläulichen Beeren bis zur Reife, sie überwintern also im halbreifen Zustand und werden im nächsten Herbst gepflückt.

Die Wacholderbeeren riechen etwas harzig nach Tannen, sie schmecken bitterwürzig und leicht süß. Der intensive Geschmack beruht auf dem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Harzen, Bitter- und Gerbstoffen und Zucker. Sie sind appetitanregend, harntreibend, blutreinigend und bekämpfen Rheuma.

Kneipp empfahl die Wacholderbeere als Mittel gegen Husten und für den Magen. Die moderne, naturwissenschaftlich ausgerichtete Medizin erkennt die Wirkung der Wacholderbeere als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden an.

Die Wacholderbeere schmeckt würzig, leicht süßlich und harzig bis bitter. Die Beere als Ganzes ist fast geruchslos, zerdrückt jedoch riecht sie kräftig, aromatisch-würzig. Wacholder passt zu Wild, Sauerkraut, Rot- oder Weißkohl, zu Pasteten und zerdrückt zu Suppen. Beliebt sind auch Schnäpse mit Wacholder.

Wacholderschnaps
Zutaten:
125 g getrocknete Wacholderbeeren
Koriander (gemahlen)
Kümmel (gemahlen)
Zitronenschale, abgerieben von einer Zitrone
700 ml Branntwein (40 Vol.-%)

Die Herstellung:

Die getrockneten Beeren werden im Mörser zerstossen, danach mit einer Prise Koriander, abgeriebener Zitronenschale und einer Prise Kümmel in ein großes, verschließbares Glasgefäß gegeben und mit dem Branntwein aufgegossen. Fest verschließen und mindestens vier Wochen kühl stellen. Regelmäßig gründlich schütteln. (red)

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