Bei Sturmschäden hilft nur Kaskoversicherung

2. Jänner 2002, 14:21
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Erst Windgeschwindigkeiten ab 60 km/h gelten als Sturm

Wien - Die Sturmböen in Ostösterreich bringen für Fahrzeuglenker Probleme. Wie der ARBÖ heute, Mittwoch, in einer Aussendung erklärte, sollten Einspurige im Interesse der eigenen Sicherheit eine Pause machen. Für Lenker von Kraftfahrzeugen hat die Autofahrerorganisation nützliche Fahrtipps zusammengestellt. Wurde der Pkw durch einen herabgefallenen Ast beschädigt, deckt nur eine Kaskoversicherung die Reparaturkosten.

Durch Sturmböen kann das Fahrzeug plötzlich um einige Meter versetzt werden - im schlimmsten Fall landet man im Gegenverkehrsbereich oder in der Flanke eines vorbeifahrenden Autos. Besonders gefährlich sind Brücken, Straßenunterführungen, Tunnelausfahrten und Ausfahrten aus Waldschneisen.

Bessere Bodenhaftung durch geringe Geschwindigkeit

Der ARBÖ riet, bei Sturm die Geschwindigkeit zu vermindern. Dadurch erhält das Fahrzeug eine bessere Bodenhaftung. Wird das Auto von einer Böe erfasst, sollten heftige Lenkbewegungen vermieden werden. Es sollte möglichst gefühlvoll in die Fahrspur zurückgelenkt werden. Skiträger und Skibox müssen auf festen Sitz geprüft werden. Beim Überholen von einspurigen Fahrzeugen unbedingt mehr Sicherheitsabstand einhalten.

Sturmschäden an Autos und einspurigen Fahrzeugen werden in den meisten Fällen nur von der Kaskoversicherung gedeckt. Laut ARBÖ-Verkehrsjuristen spricht man von einem Sturm erst ab Windgeschwindigkeiten von 60 km/h. Die Haftungsfrage, etwa bei umgestürzten Bäumen ist durch das Gesetz klar geregelt. Blockiert ein umgestürzter Baum die Straße und kommt es dadurch zu einem Unfall gilt die Wegehalterhaftung - allerdings nur dann, wenn ein gravierendes Verschulden des Straßenerhalters nachgewiesen werden kann. Je wichtiger die Verkehrsverbindung ist, desto rascher muss der Wegehalter das Hindernis wegräumen, erklärte der Club.

Wird ein Wagen von einem Ast beschädigt, so haftet niemand, weil das Ereignis auf höherer Gewalt beruht. Nur wenn der Baum offensichtlich morsch war, könnte der Liegenschaftsbesitzer zur Haftung herangezogen werden, so der ARBÖ. Dieser Umstand muss allerdings vom Geschädigten erst bewiesen werden.

Ähnliches gilt, wenn ein Fahrzeug durch herabstürzende Dachteile beschädigt wird. Ist dem Hausbesitzer schuldhaftes Verhalten nachzuweisen, so kann dieser laut ARBÖ dafür haftbar gemacht werden.(APA)

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