Gentherapie blockiert Fettzellen

2. Jänner 2002, 12:29
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Eiweiß PPARgamma hemmt die Entwicklung von Vorläuferzellen in Adipozyten

London - Wissenschaftler der Harvard Medical School haben ein Gen entdeckt, das die Entwicklung von Fettzellen steuert. Das Eiweiß namens PPARgamma spielt nach Ansicht der Forscher um Bruce Spiegelman und Heidi Camp eine wesentliche Rolle in der Entstehung von Adipozyten (Fettzellen) aus Vorläuferzellen. Für die Forscher besteht nun Hoffnung auf ein neues Mittel gegen Fettsucht. Substanzen, die das Gen blockieren, könnten theoretisch die Bildung von Fettgewebe hemmen, so ein BBC-Bericht. Welche Konsequenzen ein derartige Behandlung mit sich bringen würde ist allerdings nicht geklärt.

Spiegelman entwickelte im Labor Zellen ohne PPARgamma. Ohne dieses Gen verloren die Zellen die Fähigkeit sich in Adipozyten zu verwandeln. Mit neuen Technologien kontrollierten Wissenschaftler des Biotechnologie-Unternehmens Sangamo, welche PPARgamma-Genvarianten in bestimmten Zellen wirkten und welche funktionslos blieben. "Als Schlüsselgen für die Entwicklung von Fettzellen gilt PPARgamma2", erklärte Sangamo-Forscherin Camp.

Problem Fettsucht

Mediziner hoffen mit der Gentherapie eine Lösung gegen Übergewichtsprobleme gefunden zu haben. Mit einer gezielten Gentherapie, mit der bestimmte Gene in menschlichen Zellen geändert werden, sollen Ärzten ein Instrument im Behandlungsdschungel gegen Fettsucht finden. Tatsächlich bestehen dennoch Zweifel, ob eine Gentherapie eine sichere und wirksame Lösung ist. Sangamo entwickelt zurzeit so genannte Zink-Finger-bindende Proteine, die selektiv die Aktivität verschiedene Formen eines Gens unterdrücken. Laut Sangamo-CEO Edward Lamphier sind diese Proteine äußerst präzise in der Regulation der endogenen Genexpression.

Die größte Hürde, die Technik aus dem Labor in die klinische Anwendung zu führen, gilt es allerdings noch zu überwinden. Erweist sich die Methode aber in der Praxis als sicher, sieht das Forscherteam für Übergewichtige eine im Gegensatz zu Sport und Diät einfachere Abhehm-Methode. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Genes and Development veröffentlicht. (pte)

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