949 Verkehrstote im Vorjahr

2. Jänner 2002, 15:59
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Niedrigste Zahl seit 1951

Wien - 949 Verkehrstote im Jahr 2001 - das bedeutet nach den vorläufigen Zahlen des Innenministeriums den niedrigsten Wert seit dem Jahr 1951. Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 851 tödliche Unfälle. Innenminister Ernst Strasser (VP) kündigte in einer Aussendung an, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Gegenüber dem Jahr 2000 bedeutet dieses Ergebnis einen Rückgang von 2,8 Prozent oder 27 Getöteten. Zum dritten Mal nach 1998 und 2000 gab es weniger als 1.000 Verkehrstote. Gegenüber 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik mit 2.948 Toten, ist die Zahl um zwei Drittel gesunken.

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild: In Kärnten gab es 62 Verkehrstote (gegenüber 69 im Jahr 2000), in Niederösterreich 256 (299). Weniger Unfallopfer als 2000 waren auch in der Steiermark (159 gegenüber 161) und in Vorarlberg mit 33 gegenüber 39 zu verzeichnen. Steigerungen gab es in Oberösterreich mit 167 Verkehrstoten (162), in Salzburg mit 65 (59), in Tirol mit 115 (104), im Burgenland mit 52 (49) und Wien 40 (34).

562 der Unfalltoten im vergangenen Jahr waren Pkw-Insassen. Weiters ließen 35 Lkw-Insassen, 108 Motorrad-Fahrer, 14 Autobus-Insassen, 35 Moped-Fahrer, 53 Radfahrer, 122 Fußgänger und 20 andere wie Traktor-Lenker und ähnliche ihr Leben. Hauptursache bei den tödlichen Unfällen war einmal mehr nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (37,1 Prozent). Bei 13,4 Prozent der tödlichen Unglücke wurde Vorrangverletzung als Ursache ermittelt, bei 7,9 Prozent Überholen. Unachtsamkeit oder Ablenkung war bei 9,8 Prozent der Unfälle die Ursache, Übermüdung bei 5,8 Prozent, Herz-/Kreislaufversagen bei 1,8 Prozent und Fehlverhalten von Fußgängern bei 3,9 Prozent. Alkoholisierung war bei 6,6 Prozent aller tödlichen Unfälle mit im Spiel.

Problem Alkoraser

Knapp zwei Drittel (65,9 Prozent) der Verursacher eines tödlichen Verkehrsunfalles waren Pkw- und Kombi-Lenker. 85 Fußgänger und 20 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 145 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet, neun verunglückte Lenker/Mitfahrer von einspurigen Kraftfahrzeugen trugen keinen Sturzhelm. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Bundesstraßen (350), gefolgt von Landesstraßen (227), Autobahnen und Schnellstraßen (143) sowie sonstige Straßen (131).

"Wir müssen den eingeschlagenen Weg - punktgenaue Kontrollen, intensive Aufklärung und entsprechende Vorbeugung - konsequent fortsetzen", kommentierte Innenminister Ernst Strasser die vorläufigen Unfallzahlen des Jahres 2001. "Aufgabe der Exekutive ist es, die überwiegend vernünftigen Verkehrsteilnehmer nicht zu schikanieren, sondern punktgenau zu kontrollieren, damit unverbesserliche Alkoraser konsequent zur Verantwortung gezogen werden."

Als besonders wichtig bezeichnete der Innenminister die Bewusstseinsbildung. In diesem Zusammenhang dankte Strasser den Autofahrerklubs, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit oder den Medien, die gerade im abgelaufenen Jahr viel für Aufklärung und Vorbeugung getan hätten.

Anlass zur Besorgnis sieht hingegen der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Grund der Verkehrsstatistik: Im Jahr 2001 wurden mehr Menschen bei Unfällen verletzt, auch die Zahl der Unglücke sei gestiegen, hieß es in einer VCÖ-Aussendung. Die Zahl der Verkehrstoten stagniere auf hohem Niveau. Der VCÖ forderte erneut die Einführung des Punkteführerscheins, strengere Kontrollen und höhere Strafen. (APA)

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