Kabas beginnt Rückzug "in aller Ruhe"

2. Jänner 2002, 19:57
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Der Wiener FP-Chef wünscht sich einen Nachfolger aus der Landespartei

Wien - Am Sonntag wird er 60 - und das ist für ihn Anlass genug, über seinen Rückzug nachzudenken: Hilmar Kabas, Landesparteiobmann und Klubchef der Wiener FPÖ, will 2006 bei der Wiener Gemeinderatswahl "sicher nicht" mehr als Spitzenkandidat antreten: "Es muss einen Wechsel geben. Gemeinsam, in aller Ruhe und ohne Zeitdruck", erklärte Kabas.

Wer sein Nachfolger werden soll, ist vorerst noch offen: Kabas verwies auf das "gute personelle Potenzial" in der Wiener Landespartei und im Gemeinderatsklub. Bestimmte Personen wollte der Wiener FP-Chef nicht nennen.

Kabas ist seit 1987 im Wiener Gemeinderat, seit 1998 steht er an der Spitze der Wiener FPÖ. Vor der Wiener Gemeinderatswahl im März 2001 war er allerdings monatelang nicht aus den Schlagzeilen herausgekommen. Etwa als er bei einem FP-Parteitag den Bundespräsidenten Thomas Klestil angeblich einen "Lump" genannt hatte. Beziehungsweise - laut Kabas - "Hump oder Dump". Bei einem öffentlichen Auftritt wurde Kabas "getortet"; dazu ein umstrittener Bordellbesuch und die "Spitzelaffäre", die sogar zu einer Hausdurchsuchung bei Kabas führte.

Intermezzo-Kandidatin

Im Jänner 2001 verzichtete Kabas daher zugunsten von Helene Partik-Pablé auf die Spitzenkandidatur, blieb aber Landesparteichef. Nach der Wahlniederlage am 25. März 2001 (die FPÖ verlor 7,78 Prozentpunkte und erreichte 20,16 Prozent) blieb Partik-Pablé im Nationalrat und Kabas wurde als Chef des FP-Rathausklubs bestätigt.

Er sei damals das Opfer einer "politischen Kampagne, die vom politischen Gegner und einzelnen Medien ausgegangen ist", gewesen, so Kabas. Jetzt hofft er in der Spitzelaffäre auf eine baldige Einstellung des Verfahrens gegen ihn: "Was man bisher gesehen hat, hat sich alles in Luft aufgelöst. Und es ist nicht so, dass irgendwo Ermittlungsschritte nicht gemacht wurden."

Ursprünglich waren im Zuge der "Spitzelaffäre" allein in Wien 21 Vorerhebungen anhängig. Elf wurden eingestellt, auch jene gegen den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und den ehemaligen FPÖ-Klubchef Ewald Stadler. (red,derstandard,print-ausgabe,3.1.2002)

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