Lenzing verkauft US-Verlusttochter

2. Jänner 2002, 19:04
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Schwieriges Marktumfeld - Ergebnis heuer "unter Rekordjahr 2000"

Wien - Die Lenzing AG hat die Mehrheit an ihrer Tochter Lenzing Fibers Corporation (LFC) in den USA abgegeben und trennt sich damit von einem Verlustträger der letzten Jahre. "Die Marktbedingungen sind noch schwieriger geworden. Es macht keinen Sinn, an etwas festzuhalten, das die ganze Gruppe hinunterzieht", sagte Lenzing-Generaldirektor Jochen Werz am Mittwoch zu Reuters. Noch vor dem Jahreswechsel seien die Verträge unterzeichnet worden, teilte Lenzing mit. Käufer des Paketes von 61 Prozent sei eine Gruppe, die aus Teilen des LFC-Managements und internationalen Finanzinvestoren bestehe. Über den Kaufpreis, der mit einer Kapitalmaßnahme verbunden war, sei Stillschweigen vereinbart worden.

Schwieriges Marktumfeld

Die LFC habe gegen das schwierige Marktumfeld in den USA hart zu kämpfen gehabt, das sich durch die Ereignisse am 11. September und die gegenwärtige Rezession in den Vereinigten Staaten noch verschlechtert habe. Die erwartete Absatzbelebung nach der Schließung des Produktionsstandortes des einzigen Wettbewerbers in den USA, Acordis in Mobile, Alabama, sei bisher nicht eingetreten. Lenzing bleibe mit 39 Prozent Aktionär der LFC, deren Jahresumsatz 2001 mit 75 Millionen Dollar angegeben wurde. Das Ergebnis würde negativ sein, sagte Werz. Lenzing Fibers, 1993 von Lenzing erworben, betreibt eine Fabrik in Lowland Tennessee und war in den vergangenen Jahren durchwegs negativ.

Lenzing hat in den ersten drei Quartalen 2001 bei einem Umsatz von 504,8 (474,9) Mio. Euro ein Ergebnis vor Steuern von 34,7 (34,8) Mio. Euro erzielt. Das Ergebnis der LFC sei dabei wieder negativ gewesen. Das Ergebnis 2001 werde aber heuer unter dem Niveau des Rekordjahres 2000 bleiben. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 3.1.2001)

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