Deutsche Urlauberfamilie von Liftwart auf Tiroler Skilift vergessen

3. Jänner 2002, 16:36
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Frau erlitt schwere Erfrierungen

Innsbruck – Bei eisiger Kälte haben eine deutsche Urlauberin und ihre beiden Söhne am Abend des Neujahrstages auf einem Skilift bei Kals am Großglockner in Osttirol ausharren müssen. Kurz vor Dienstschluss hatte ein Liftwart die Familie am Sessellift übersehen und die Anlage abgestellt. Die Frau sprang daraufhin aus einer Höhe von rund sechs Metern ab und versuchte Hilfe zu holen.

Bei Temperaturen um minus zehn Grad auf der Piste um Hilfe gesucht

Kurz vor 16.00 Uhr war die 39-jährige Frau aus Hilden mit ihren Kindern (neun und zehn Jahre) noch einmal zu einer Bergfahrt aufgebrochen, als plötzlich der Lift stehen blieb. Der Liftwart hatte die Familie zwar beim Einsteigen in den Vierersessellift gesehen, die Anlage aber trotzdem abgeschaltet. Nach etwa einer halben Stunde zog sich die Deutsche ihre Ski und Skischuhe aus und sprang auf die Lifttrasse hinunter. Dort dürfte sie mehrere Stunden bei Dunkelheit und Temperaturen um minus zehn Grad auf der Piste herumgeirrt sein, als sie schließlich vor Unterkühlung und Erschöpfung zusammenbrach.

Schwere Erfrierungen

Der Fahrer der Pistenraupe entdeckte die Frau gegen 19.00 Uhr und verständigte die Bergrettung und den Notarzthubschrauber. Wenige Minuten später wurden auch die beiden Kinder am Sessellift entdeckt und geborgen. Die Frau wurde mit schweren Erfrierungen an Händen und Füßen und Wirbelverletzungen ins Krankenhaus nach Lienz und dann nach Klagenfurt geflogen.

Frau operiert – Wird nach Deutschland überstellt

An der deutschen Urlauberin wurde im LKH Klagenfurt eine Operation des Lendenwirbels vorgenommen. Der Eingriff sei gut verlaufen, verlautete das Spital.

Die Frau befand sich am Mittwochnachmittag in der Intensivstation. Sie soll in den nächsten Tagen nach Deutschland überstellt werden.

Die Buben kamen mit leichten Erfrierungen davon.

Für den tragischen Zwischenfall dürfte "menschliches Versagen" verantwortlich gewesen sein, erklärte Unterberger. Normalerweise werde die Nummer des letzten besetzen Liftsessels immer der Bergstation mitgeteilt. Der Liftwart der Talstation habe das in diesem Fall jedoch verabsäumt.(APA)

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