Ausländische Arbeitskräfte sollen Israel verlassen

1. Jänner 2002, 22:15
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Schwere Wirtschaftskrise reduziert Nachfrage

Tel Aviv - Der israelische Arbeitsminister SchlomoBenisri hat angesichts der Wirtschaftskrise den Landes den "Import"ausländischer Arbeitskräfte nach Israel untersagt. Nach einerMitteilung des Ministeriums von Dienstag sollen dieArbeitsgenehmigungen von rund 18.000 überwiegend aus Osteuropastammenden Bauarbeitern um zwei Monate verlängert werde, damitverschiedene Bauprojekte abgeschlossen werden können. Alle anderenAusländer müssten sofort das Land verlassen, berichtet dieTageszeitung "Haaretz".

Es gilt als sicher, dass die von dem ultraorthodoxen Ministerverkündete Maßnahme auf scharfen Widerstand der Wirtschaft und desParlaments stoßen wird. In Israel arbeiten zurzeit mindestens 80.000Ausländer aus Südostasien und Südosteuropa im Baugewerbe oder alsHaushaltshilfen. Viele Ausländer arbeiten dazu illegal im Lande. Dieisraelische Arbeitgebervereinigung hatte erst vor wenigen Tagen dieNeueinstellung von 48.000 ausländischen Kräften bei der Regierungbeantragt.

Rumänische Gastarbeiter

Vor allem aus Rumänien stammende Gastarbeiter haben in denvergangenen Monaten die Stelle zehntausender palästinensischerArbeiter übernommen, die wegen des Aufstands in denPalästinensergebieten nicht mehr nach Israel einreisen dürfen.

Israels Arbeitslosenquote steht inzwischen bei rund neun Prozent.Mit einem weiteren Anstieg wird in den kommenden Monaten angesichtsder tiefen Rezession im Lande gerechnet. Nach Angaben desstatistischen Amtes ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr um 0,5Prozent geschrumpft. (APA/dpa)

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