Sambia: Wahlbeobachter zweifeln offizielles Wahlergebnis an

3. Jänner 2002, 17:40
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Neuer Präsident Mwanawasa will keine weiteren Unruhen tolerieren

Lusaka - Sambische Wahlbeobachter haben Zweifel an der Rechtmäßigkeit des offiziellen Ergebnisses der Präsidentschaftswahl geäußert. Der Vorsitzende der Stiftung "Demokratischer Prozess", Alfred Chanda, erklärte am Donnerstag, die Organisation plane, ihre Resultate, die sich stark vom offiziellem Wahlergebnis unterschieden, in Kürze zu veröffentlichen. "Die Wahlen 2001 wurden nicht gültig und erfolgreich ausgeführt", sagte Chanda auf einer Pressekonferenz. "Sie waren nicht frei und nicht fair."

Schon vor Bekanntgabe des offiziellen Resultats war es in dem südafrikanischen Land zu Demonstrationen der Opposition gekommen. Der offizielle Wahlsieger und Wunschnachfolger von Amtsinhaber Frederick Chiluba, der Anwalt Levy Mwanawasa, wurde unter Protest der Opposition zum neuen Präsidenten vereidigt. Kurz zuvor hatte sich der Kandidat der führenden oppositionellen Partei, Anderson Mazoka, zum Sieger erklärt. Er und fünf weiter Oppositionsparteien bezichtigen die regierende Bewegung für Mehrparteiendemokratie, die Wahl mit gefälschten Stimmzetteln und falschen Auszählungen manipuliert zu haben. Das US-Außenministerium appellierte an die Opposition, ihre Vorwürfe zu präzisieren.

In seiner Rede zum Amtsantritt sagte der neue Präsident, er werde keine weiteren Unruhen tolerieren, und rief die Bevölkerung auf, zusammenzuarbeiten, um das von Armut gebeutelte Land weiter zu entwickeln. Mwanawasa, der dritte Präsident Sambias seit der Unabhängigkeit des Landes 1964, war nach einer längeren Pause wieder in die Politik zurückgekehrt. 1994 hatte er als Vizepräsident dem Kabinett Chilubas angehört und war nach Korruptionsvorwürfen gegen die Regierung zurückgetreten. (APA/AP)

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