Gusenbauer weist FPÖ-Avancen zurück

1. Jänner 2002, 20:50
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SP-Chef fordert Rücktritt Haiders, falls Adamovich sein Amtsenthebungsverfahren gewinnt

Wien - "Das ist ein taktisches Manöver innerhalb der Regierungskoalition, wo sich eine Partei gegenüber der anderen mehr Luft verschaffen möchte. Mehr ist da nicht hineinzuinterpretieren", sagt SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer zu den jüngsten Avancen der FPÖ in Richtung SPÖ. Im Gespräch mit dem STANDARD bezeichnet er außerdem die Abschaffung der Wehrpflicht als "nicht mehr ausgeschlossen".

In der SPÖ werde dieses Thema jedenfalls "heftig diskutiert" und sei "im Unterschied zur Vergangenheit kein Dogma mehr". In der so genannten "Ortstafelfrage" sei die Kärntner Landespartei voll auf Linie der Bundes-SP, meint Gusenbauer: "Das heißt, das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs ist umzusetzen, die Aufgabe der Umsetzung liegt beim Bundeskanzler." Die Politik vom Landeshauptmann Jörg Haider "völlig inakzeptabel". Haider sei jedenfalls rücktrittsreif, falls der Präsident des Verfassungerichtshofs, Ludwig Adamovich, das Amtsenthebungsverfahren gewinnt. "Für einen Politiker, der nur Ansätze von Anstand hat, wäre das der angebrachte Schritt", betonte Gusenbauer. (ina)
(DER STANDARD, Printausgabe, 2.1.2001)

"Das ist ein taktisches Manöver" SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer im STANDARD-Interview zu linken Dogmen, den Schwerpunkten 2002 und Rosen von der FPÖ
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