Asbestklage: Halliburton gegen RHI

1. Jänner 2002, 21:36
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Gemeinsamer Versicherungspool sei angeblich überbeansprucht

Wien - Der US-Ölfeldausrüster Halliburton klagt den heimischen Feuerfesthersteller RHI wegen angeblicher Überbeanspruchung eines gemeinsamen Versicherungspools zur Abdeckung von Ansprüchen aus Asbestklagen, bestätigt der interimistische RHI-Vorstandssprecher Andreas Meier. Halliburton habe der US-Wertpapieraufsicht über die Klage Mitteilung gemacht.

RHI hat sich mit den 1999 im Zuge der GIT-Akquisition übernommenen US-Feuerfest-produzenten Harbison Walker und A. P. Green Tausende Klagen Asbestgeschädigter eingehandelt. Bis vor kurzem hatte RHI noch bestritten, dass diese Klagen das Unternehmen in Bedrängnis bringen könnten. Inzwischen werden Teilkonkurse in den USA nicht mehr ausgeschlossen.

Halliburton, der als ein früherer Eigentümer von Harbison Walker einen gemeinsamen Versicherungspool mit RHI zur Abdeckung von Ansprüchen aus Asbestklagen hat, ist unlängst durch Asbesturteile in Bedrängnis gekommen. Anfang Dezember war der Konzern in einem Asbestverfahren zu 30 Mio. Dollar Schadenersatz verurteilt worden. Im Gegensatz zu Halliburton versuche RHI die Asbestklagen außergerichtlich zu regeln, sagte Meier. "Wir regulieren außergerichtlich mit Settlements zwischen 1500 und 3000 Dollar im Durchschnitt", sagte Meier.

Nun werfe Halliburton RHI vor, dass diese Vergleiche zu hoch seien. Laut früheren Angaben des heimischen Konzerns gibt es aber noch mehrere Hunderttausend anhängige Klagen wegen angeblicher Asbestschäden. (Reuters, Der Standard, Printausgabe, 02.01.02)

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