Finnland: Skepsis gemischt mit Triumph

1. Jänner 2002, 20:07
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Helsinki - In Finnland, das als einziges nordeuropäisches EU-Land den Euro einführt, sah man die Zugehörigkeit zur Eurozone nicht zuletzt als Triumph gegenüber Schweden. Das Nachbarland hatte das über Jahrzehnte von Osteuropa gegängelte Finnland früher gern mit der Herablassung des großen Bruders betrachtet. "Nun gehören wir zum richtigen Europa und ihr nicht", sei oft von finnischen Kunden zu hören, berichten Händler aus der schwedischen Grenzprovinz Tornedalen.

Doch bei allem Stolz über die neue Rolle des "europäischen Musterschülers" gehören die Bürger in Finnland, das der EU 1995 gemeinsam mit Österreich und Schweden beigetreten war, zu den Euroskeptikern in der Union. Dabei spielen vor allem ganz praktische Fragen wie die Angst vor Preismanipulationen eine Rolle, zeigt eine Umfrage der Bank Nordea. Mehr als die Hälfte der Befragten befürchtet, die Kunden würden bei der Euroumstellung übervorteilt. Jeder Vierte kann dem Euro überhaupt nichts Positives abgewinnen. (STANDARD-Korrespondentin Anne Rentzsch, Der Standard, Printausgabe, 02.01.02)

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