Tipps: Bei der Währungsumstellung zu beachten

2. Jänner 2002, 13:58
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  • Womit zahlen? Bis zum 28. Februar 2002 kann man in Schilling oder in Euro bezahlen. Als Wechselgeld wird man aber zumeist Euro oder Cent erhalten.

  • Neue Verträge: Beim Abschließen neuer Verträge beziehen sich Preisangaben nur noch auf Euro. Bei bestehenden Verträgen oder Konten erfolgt die Währungsumstellung automatisch.

  • Daueraufträge: Dauer-und Einziehungsaufträge werden auf Euro umgerechnet; egal ob Girokonto, Bausparvertrag, Kreditkonto oder Sparbuch. Auch Konten, die auf Währungen der anderen Euroteilnehmerländer lauten, werden auf Euro umgestellt.

  • Schecks: Auf Euro (EUR) ausgestellt, können Schecks weiter verwendet werden, die Scheckgarantie gibt es aber nicht mehr. Wenn das Konto nicht gedeckt ist, kann ein Scheck von der Bank zurückgewiesen werden. Reiseschecks in Währungen der Euroländer müssen genauso umgetauscht werden.

  • Umtausch: Bis Ende Februar kann man Beträge bis 50.000 Schilling bei jeder Bank kostenlos umtauschen. Ab März 2002 können Banken für das Wechseln etwas verlangen.

  • Vergessenes Geld: Findet man im März noch Schilling, kann man diese bei der Nationalbank kostenlos und unbegrenzt umtauschen. Die Hausbank wird ihren Stammkunden vermutlich entgegenkommen.

  • Fremdes Geld: Banknoten aus anderen Euroländern kann man bis Ende März 2002 kostenlos bei der Nationalbank in Euro umtauschen. Bei den Banken ist das nicht kostenlos, dort werden Wechselspesen verlangt.

  • Fremde Münzen: Ausländische Münzen kann man - wie schon bisher - weder bei der Bank noch bei der Nationalbank wechseln.

  • Goldmünzen: Gold- und Silbermünzen, die als Zahlungsmittel gelten, können getauscht werden - zeitlich unbegrenzt bei der Oesterreichischen Nationalbank und der Münze Österreich. Für Sammlermünzen gilt: Der Nennwert hat nichts mit dem Preis zu tun, zu dem diese gehandelt werden.

  • Parkscheine: Alte Parkscheine können 2002 aufgebraucht werden.

  • Gutscheine: Gutscheine sind - wenn kein Datum drauf steht - 30 Jahre lang gültig. Die Schillingbeträge werden in Euro umgerechnet.

  • Briefmarken: Schillingbriefmarken gelten bis Juni 2002 - können aber kostenlos in Euromarken umgetauscht werden. Briefe können mit Schilling- und Eurowertzeichen gemischt frankiert werden, der Tarif muss immer stimmen.

  • Konten: Zeitgleich mit der Einführung des Euro-Bargeldes am 1. Jänner 2002 werden auch alle Konten, die noch auf Schilling lauten, automatisch und kostenfrei auf Euro umgestellt. Ebenso werden alle Das gilt selbstverständlich auch umgekehrt. Wer zum Beispiel in Tschechien ein Schilling-Konto hat, ist ab Jänner 2002 Inhaber eines Euro-Kontos.

  • Sparbuch: Bei Sparbüchern wird die Umstellung sichtbar, sobald es nach dem 1. Jänner 2002 das erste Mal vorgelegt wird. Dann wird die Summe in Euro eingetragen. Das geschieht automatisch und kostenfrei. Der Wert der Spareinlage bleibt also unverändert. Es ist nicht notwendig, bereits in den ersten Werktagen 2002 das Sparbuch zur Bank zu bringen.

    Daher ist es nicht empfehlenswert, zum Beispiel Sammlermünzen in limitierter Auflage in Euro umzutauschen. Historische Gold- und Silbermünzen wie der Maria-Theresien-Thaler sind keine gesetzlichen Zahlungsmittel und können daher auch nicht in Euro umgetauscht werden.

  • Zinsen: Auch nach der Einführung des Euro bleiben Fixzinsvereinbarungen bestehen. An den Zinsen für Spareinlagen und Kredite ändert sich also nichts. Ist ein langfristiger Kredit oder ein Darlehen nach dem Jahreswechsel 2002 fällig, erfolgt die Tilgung in Euro. Die automatische Umstellung von Schilling-Krediten erfolgt spätestens am 31. Dezember 2001 ohne Zutun des Kreditnehmers.

  • Zahlscheine: Schon seit der Einführung des Euro als Buchgeld am 1. Jänner 1999 gibt es Zahlscheine für Euro-Transaktionen (mit EUR gekennzeichnet). Ab 1. Jänner 2002 können Überweisungen und Einzahlungen nur noch mit diesen Euro-Belegen, die sich von den Schilling- Zahlscheinen durch ein blaues Bestätigungsblatt unterscheiden, durchgeführt werden. Vorgedruckte Währungsbezeichnungen dürfen nicht verändert werden. Eine Überweisung in ein anderes Euro-Land bleibt eine Auslandsüberweisung, d. h. es ist mit den bisher üblichen Spesen zu rechnen. Bei regelmäßigen Transaktionen werden Zahlscheine oft für eine längere Zeit im Voraus geschickt, zum Beispiel bei Mieten und Ratenzahlungen. Hier sollte man besonders darauf achten, dass diese Belege für das Jahr 2002 in Euro ausgestellt sind.

  • Wechselkursgebühren: Jeder Österreicher kann ab Anfang 2002 mit seinen Euro-Geldscheinen und Euro-Münzen in allen anderen Teilnehmerstaaten bezahlen. Wechselkursgebühren wird es dann nicht mehr geben. Für den Umtausch von und in Währungen außerhalb der Euro-Zone (wie dem Dollar oder dem Schweizer Franken) werden allerdings weiterhin Umtauschgebühren verrechnet.

  • Wertpapiere: Auch bei Wertpapieren kommt es zu keiner Änderung von fix vereinbarten Zinsen. Aktien, Anleihen, Investmentfonds-Zertifikate etc. sind durchwegs schon auf Euro umgestellt. Neuemissionen des Bundes werden seit Anfang 1999 in Euro ausgegeben.

  • Bankomatkassen: Zum Jahreswechsel 2001/2002 werden Bankomatkassen sowie die Lade- und Zahlungsterminals der elektronischen Geldbörse "Quick" auf die neue Währung umgestellt. Zahlungen an Bankomatkassen werden also ab 1. Jänner 2002 nur noch in Euro abgewickelt. Sämtliche Bankomatkarten sind bis dahin eurofähig. Auch die Obergrenze bei der täglichen Behebung ändert sich: Künftig wird man 400 Euro (5.504,12 Schilling) pro Tag aus dem Bankomaten ziehen können.

  • Kreditkarten: Kreditkartenabrechnungen werden ab 1. Jänner 2002 nur mehr in Euro durchgeführt. Wird Ende des Jahres 2001 ein Kreditkartenbeleg noch in Schilling oder in einer anderen nationalen Währung des Euro-Raums ausgestellt, aber erst 2002 abgerechnet, wird der Rechnungsbetrag automatisch in Euro umgerechnet und vom Konto abgebucht.

  • Löhne und Gehälter: Auch wenn es am Anfang nach weniger ausschaut: Die Höhe von Löhnen und Gehältern wird durch die Umstellung auf den Euro nicht verändert. Der Arbeitgeber muss mit dem fixen Umrechnungsfaktor (13,7603) und unter Einhaltung der gesetzlich verankerten Rundungsregeln den Schillingwert in Euro umrechnen. Löhne und Gehälter werden also ganz einfach in der neuen Währung ausgewiesen. Kollektivvertragliche Vereinbarungen bleiben auch nach der Währungsumstellung gültig. Arbeitsverträge behalten ihre volle Gültigkeit, auch wenn darin ein Gehalt in Schilling angegeben ist.
  • Verträge: Alle Verträge, in denen ein Geldbetrag festgeschrieben ist und die über den 31. Dezember 2001 hinaus reichen, bleiben mit der Umstellung von Schilling auf Euro aufrecht. Ob Miet-, Leasing-oder Versicherungsvertrag - keine Vertragspartei kann wegen der Währungsumstellung einen Vertrag einseitig ohne entsprechende Vereinbarung ändern.

    Sind bei bestehenden Verträgen die Beträge nur in Schilling angegeben, müssen Unternehmer, Vermieter oder Behörden den Konsumenten bis zum 31. Dezember 2001 unentgeltlich und schriftlich über den künftigen Betrag in Euro informieren. Wichtig: Schilling-Verträge können, müssen aber nicht, umgestellt werden. Auch wenn Sie etwa Ihren Mietvertrag nicht umstellen lassen, ist er ab 1. Jänner 2002 automatisch als Euro-Vertrag zu verstehen.

    Die Einführung des Euro hat also keinerlei Auswirkungen auf den Fortbestand bestehender Verträge. Dies gilt auch für Verträge, die auf andere Währungen der Euro-Länder, etwa D-Mark oder Lire, lauten. Für Drittstaaten ist das Prinzip der Vertragskontinuität zwar nicht verbindlich, auch hier ist aber davon auszugehen, dass sich nur die Währungsbezeichnung ändert und der Vertrag aufrecht bleibt. Das Prinzip der Vertragskontinuität wurde in einer eigenen Ratsverordnung ausdrücklich festgehalten. Ab 2002 können neue Verträge nur noch auf Euro-Basis vereinbart werden.

  • Steuern und Gebühren: Sämtliche Überweisungen des Bundes und der Sozialversicherungsträger (Löhne und Gehälter, Pensionen, Familienbeihilfen, Arbeitslosengeld, Steuerrückerstattungen etc.) erfolgen ab 1. Jänner 2002 in Euro. Beträge in Steuerbescheiden, die sich auf Stichtage vor dem 1. Jänner beziehen, lauten dann auf Euro.

    Steuerrückzahlungen werden ab diesem Zeitpunkt in Euro überwiesen. Außerdem dürfen Anträge für die Arbeitnehmerveranlagungen für Stichtage und Veranlagungszeiträume nach dem 31. Dezember 2001 nur mehr in Euro gelegt werden. Bis 28. Februar 2002 können Steuern im Barzahlungsverkehr auch noch in Schilling und Groschen entrichtet werden. Bei Steuerbeträgen werden Schilling-Beträge anlässlich der Umstellung auf den Euro ausschließlich zu Gunsten der Steuerpflichtigen abgerundet. Das wurde im Euro-Steuerumstellungsgesetz 2001 so geregelt.

    Grundsätzlich gilt für Bund und Länder das Gleiche wie für Unternehmen: Geldbeträge müssen mit dem unwiderruflich fixierten Wechselkurs (1 Euro = 13,7603 Schilling) umgerechnet werden. Da dabei teilweise unrunde Euro-Beträge herauskommen, kann es manchmal zu geringfügigen Anpassungen kommen. Falls diese durchgeführt werden müssen, muss sichergestellt werden, dass die Anpassungen insgesamt aufkommensneutral und im Zweifelsfall zu Gunsten der Bevölkerung erfolgen.

  • Pensionen: Auch für die Bezieher von Pensionen kommt es durch die Euro-Umstellung zu keinem Wertverlust. Der Schillingbetrag wird mit dem fixen Faktor von 1 Euro = 13,7603 Schilling umgerechnet. An dieser Umrechnung darf niemand etwas verdienen - weder die Banken noch die Pensionsversicherungsanstalten und Pensionskassen, die gesetzlich verpflichtet sind, den Schillingbetrag genau in Euro umzurechnen. Bei privaten Pensions- und Lebensversicherungen darf sich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht zu Lasten der Konsumenten verändern. Die Versicherungsverträge behalten ihre volle Gültigkeit. Pensionen für den Jänner 2002 werden Ende Dezember 2001 noch in Schilling ausbezahlt. Für Rentner, die ihre Pension auf das Konto überwiesen bekommen, spielt dies keine Rolle. Denn die Schilling-Konten und -Sparbücher werden mit 1. Jänner 2002 ohnedies automatisch auf Euro umgestellt. Jene, die ihre Pensionen im Dezember 2001 für Jänner 2002 in Schilling bar ausbezahlt bekommen, können mit diesem Geld noch bis 28. Februar 2002 bezahlen bzw. bis zu diesem Zeitpunkt Schilling-Bargeld bei Postämtern und Banken kostenlos in Euro umtauschen.

    Preise: Vom 1. Oktober 2001 bis 28. Februar 2002 müssen sämtliche Unternehmer die Preise in Schilling und Euro angeben. Europarechtlich verankerte Umrechnungsregeln sollen jeglichen Missbrauch bei der Umrechnung von Schilling auf Euro verhindern. Diese Regeln werden von den Preisbehörden in den Bundesländern und von Konsumentenschutzorganisationen kontrolliert. Durch die veränderte Rechnungsgröße "unrund" gewordene Preise werden nach und nach wieder - z. B. durch die Veränderung von Verpackungsgrößen - zu marktüblichen Beträgen und charakteristischen Schwellenpreisen (9,90; 199,90 etc.) gerundet werden.

    Nur wo die Pflicht zur doppelten Währungsangabe zu einer unverhältnismäßigen Belastung führen würde, gibt es Sonderregelungen. Das gilt beispielsweise für Tankstellen, das Taxigewerbe, Kleinunternehmen, Kataloge und den Buchhandel.

  • Automaten: Bei Verkaufs-, Fahrschein- oder Spielautomaten werden Preis- und dadurch auch Mengenänderungen mitunter unvermeidlich sein. Viele Automaten können oft nur eine oder bestimmte Münzen verarbeiten und zurückgeben. Eine Preisumstellung von 10 Schilling auf exakt umgerechnete 0,73 Euro ist technisch deshalb nicht möglich. Die Automatenpreise werden also durchschnittlich "runder". Wo deutlich aufgerundet wird, muss den Konsumenten aber ein dementsprechender Gegenwert zurückgegeben werden, etwa in Form größerer Stückzahlen pro Packung.

  • Briefmarken: Briefmarkenabonnenten der Österreichischen Post AG können bereits ab Oktober 2001 Euro-Cent-Marken zum entsprechenden Gegenwert in Schilling kaufen. Briefe dürfen jedoch erst ab 1. Jänner 2002 - mit diesem Datum beginnt auch der allgemeine Verkauf von Euro-Briefmarken - mit den neuen Cent-Marken frankiert werden. Ab 1. Jänner 2002 besteht die Möglichkeit, auf allen Postämtern kostenlos die alten Schilling-Marken in Euro-Marken zu tauschen. Zielführender ist es aber, die Schilling-Marken noch bis zum 30. Juni 2002 zu nutzen: Bis zu diesem Datum kann man sowohl die Schilling-Marken als auch die neuen Marken verwenden (Mischfrankierung). Ab 1. Juli 2002 gelten dann nur noch die Euro-Briefmarken. Ein Umtausch von Schilling-Briefmarken in Bargeld ist, so wie in den anderen Euro-Ländern, auch in Österreich ausgeschlossen. Nach dem 30. Juni 2002 ist der Umtausch der Schilling-Briefmarken gegen Entgelt nur mehr im neuen Briefmarken-Umtauschcenter möglich.

    Anders als bei den Euro-Banknoten wird es keine einheitlichen Briefmarken für die Euro-Zone geben. Jedes Mitgliedsland der EU hat weiterhin die Posthoheit inne und bestimmt deshalb seine eigene Briefmarkenpolitik. Man kann also nicht einfach die Urlaubskarte aus Griechenland oder Italien mit mitgebrachten Briefmarken der österreichischen Post frankieren, sondern müssen die griechischen oder italienischen Marken kaufen.

  • Fahrkarten: Die Zeitkarten und Schilling-Fahrscheine der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und anderer Verkehrsbetriebe, die noch über den Jahreswechsel 2001/ 2002 hinaus gültig sind, müssen mit 1. Jänner 2002 nicht umgetauscht werden. Die Preise auf den ÖBB-Fahrkarten sind jetzt schon in Schilling und in Euro angegeben. Die doppelte Angabe wollen die ÖBB noch bis zum 28. Februar 2002 beibehalten. Die Fahrkartenautomaten und Gepäckschließfächer werden ab 1. Jänner 2002 schrittweise auf Euro umgestellt, wobei in den ersten Tagen 2002 auf den großen Bahnhöfen jeweils ein Fahrkarten-Automat noch Schilling- und einer schon Euro-Münzen und -Banknoten akzeptieren wird.

  • Bücher: Erstmals könnten in Österreich Schwellenpreise für Bücher auftreten, weil die Verlage zumeist einen einheitlichen Euro-Preis für Deutschland und Österreich festlegen dürften. Das Problem dabei: Die Mehrwertsteuer auf Bücher ist in den beiden Ländern unterschiedlich hoch, die nationale Buchpreisbindung bleibt bestehen.

  • Leergut: Es ist anzunehmen, dass Pfandbeträge runde Werte annehmen, etwa 10 oder 20 Cent. Auch mit einer internationalen Vereinheitlichung ist zu rechnen; ansonsten würde durch die Preistransparenz ein regelrechter Handel mit Leergut zwischen einzelnen Ländern entstehen.

    Haben Sie Fragen rund um den Euro? Sind Ihnen Unregelmäßigkeiten bei der Euro-Umrechnung oder bei der Doppelpreis-Angabe aufgefallen? Verbraucher können bis Ende März bei der Gratis-Euro-Hotline der AK unter 0800 801 801 von Montag bis Samstag von 7 bis 20 Uhr anrufen oder sich im Internet unter www.eurohotline.at informieren.

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