Italien: Banken machten dicht

1. Jänner 2002, 20:08
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Rom - In keinem anderen EU-Land gingen die Banken die Währungsumstellung so locker an wie in Italien: Sie bleiben zum Jahreswechsel gleich vier Tage geschlossen. Auch bei der Post wurde am Montag nicht gearbeitet. Nur am Bankomat hatten die Italiener Gelegenheit, sich mit der neuen Währung einzudecken. Da Geldautomaten auch zu normalen Zeiten häufig außer Betrieb sind, misstrauten viele der Ankündigung der Banken, sie würden zu Silvester einwandfrei funktionieren.

Von 20 Millionen Europackungen wurden die Banken nur zwölf Millionen los, auch die Post setzte nur acht von zehn Millionen Kits ab. Da die Lira noch bis Februar gleichberechtiges Zahlungsmittel bleibt, hatten es viele mit dem Erwerb der Euro nicht eilig.

Italien hat schon kompliziertere Währungsumstellungen überstanden. Bei der Einigung des Landes im Jahre 1862 ersetzte die Lira 270 verschiedene Münzen - jetzt sind nur fünf Liremünzen in Umlauf. Bis Ende Februar zieht die Staatsbank 3,5 Milliarden Lirenoten und 18 Milliarden Münzen aus dem Verkehr. (STANDARD-Korrespondent Gerhard Mumelter, Der Standard, Printausgabe, 02.01.02)

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