Spanien: Finanzminister spendierte ein großes Fest

1. Jänner 2002, 20:08
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Madrid - Mit Pomp übernahmen König Juan Carlos und Premier José María Aznar im Thronsaal des Brüsseler Königspalastes exakt 2002 Minuten vor Jahreswechsel die EU-Präsidentschaft von ihren Vorgängern, Guy Verhofstadt und König Albert von Belgien. Das ungewöhnliche Zeremoniell ist der Euroeinführung zu verdanken, die unter spanischer EU-Präsidentschaft vollzogen wird. Dabei kommt der Name des neuen Geldes mit seinem rundem "Eu" den iberischen Sprechgewohnheiten keineswegs entgegen: Die Spanier nehmen mit dem hart ausgesprochenen "E-uro" auch eine phonetische Hürde.

Mit einem Willkommensfest unmittelbar vor der Jahreswende wurde der Euro an der Madrider Puerta del Sol ausgelassen begrüßt. Geldgeber der Party ist nicht zufällig das Finanzministerium, das vom "Auftauchen" der auf 70 Mrd. Peseten geschätzten Schwarzgeldreserven am meisten profitiert hat. Spanien erwartet sich zwar vom Euro viele Vorteile, doch der 1868 eingeführten Pesete wurde ein sentimentaler Abschied bereitet. (STANDARD-Korrespondent Josef Manola, Der Standard, Printausgabe, 02.01.01)

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