Frankreich: "Historischer Wandel" mit Streikängsten

1. Jänner 2002, 20:09
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Paris - Die Franzosen haben sich in der Neujahrsnacht mit einem gewissen Gleichmut an den auf Euro umgestellten Geldautomaten bedient. Im Schnitt hoben die Bankkunden in den ersten Stunden nach der Währungsumstellung laut Bankenvereinigung 72 Euro (991 S) ab - so viel wie üblicherweise an Festtagen.

Doch es gibt Ängste vor einem Streik der Bankangestellten: Es wäre doch "ein beschämendes Bild", so Laurent Fabius, wenn die französischen Bankangestellten ausgerechnet am ersten Tag nach der Euroeinführung in den Streik träten.

Gemäß dem Wirtschaftsminister in Paris wäre Frankreich das einzige Land, wo eine Streikdrohung "diesen historischen Wandel verderben" würde. Ob die nationalen Appelle wirken, darf bezweifelt werden. Die Forderungen nach Bezahlung der Euro-Mehrarbeit und nach mehr Sicherheit vor Banküberfällen dürften bis zum bitteren Ende aufrechterhalten werden - zumindest von einem Teil der Gewerkschaften. Dann müsste die Regierung in Paris hart durchgreifen. (STANDARD-Korrespondent Stefan Brändle, Der Standard, Printausgabe, 02.01.02)

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