2001: Zweites Baissejahr für New Yorker Börse

1. Jänner 2002, 21:48
posten

Auch Wall Street im Würgegriff der Bären

New York - Die Wall Street hat im vergangenen Jahr unter der amerikanischen Rezession, den Terroristenanschlägen und großer Verunsicherung gelitten. Die Börse verbuchte seit dem 21. September aber kräftige Kursgewinne und machte damit einen Teil der dramatischen Kursverluste der ersten neun Monate des Jahres teilweise wett.

Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte verlor 2001 (seit 31. Dezember 2000) 7,1 Prozent oder 765,28 Zähler, nachdem er schon im Jahr davor 6,2 Prozent nachgegeben hatte. Der mit Technologieaktien vollgepackte Nasdaq Composite verbuchte sogar einen Rückschlag von 21,05 Prozent oder 520,1 Punkten, nach bereits 40 Prozent Minus im Jahr davor. Der Standard-&-Poor's-500-Index fiel im abgelaufenen Jahr um 13,04 Prozent oder 172,2 Zähler, nach minus 10,1 Prozent im Jahr 2000.

Der Handel am Silvestertag beendete das Jahr 2001 für den breiten Markt mit der schlechtesten Kursentwicklung seit 1974. Der Dow fiel um 115,42 Zähler oder 1,14 Prozent auf 10.021,57 Punkte. Der Nasdaq-Index gab um 36,84 Zähler oder 1,85 Prozent auf 1950,42 Punkte nach. Der S&P-500-Index sackte um 12,94 Zähler oder 1,11 Prozent auf 1148,08 Punkte ab. Zum Vergleich: 1974 hatte der S&P etwa 30 Prozent nachgegeben. Der Dow und der Nasdaq hatten zuletzt 1973 und 1974 zwei Jahre in Folge verloren.

"Es sind persönliche Tragödien für so viele Leute an der Wall Street, sodass jedermann froh ist, dieses Jahr hinter sich zu lassen", sagte Präsident Rick Meckler von LibertyView. "Das verbunden mit den schwachen Märkten, und ich glaube nicht, dass es viele Portfolio-Manager gibt, die 2001 vermissen werden."

Der Flugzeughersteller Boeing war 2001 im Jahresverlauf mit einen Kursverlust von rund 41 Prozent der schwächste Dow-Wert. Microsoft führte die Dow-Gewinnerliste mit rund 53 Prozent Kursgewinn an.

Zumindest zum Jahresausklang zeigte sich ein Silberstreif am Horizont: Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung hatten auch die US-Aktienmärkte nach den Drei-Jahres-Tiefs im September wieder kräftig nach oben gezogen. Nach den Terroranschlägen am 11. September legte der S&P-500-Index wieder mehr als 20 Prozent zu. "Es ist offensichtlich, dass die Kurssteigerungen seit September für einen fundamentalen Optimismus sprechen, aber die Leute dürften froh sein, dass das Jahr vorbei ist", sagte Volkswirt Milton Ezrati von Lord Abbett & Co. "Es war ein schwieriges Jahr."

"2002 sollte besser werden", übt sich Ned Riley, Chefinvestmentstratege bei State Street Global Advisors in Boston, die 42 Milliarden Dollar managt, in Optimismus. "Es gibt verlässlichere Prognosen und ein wachsendes Vertrauen, dass wir nicht in eine tiefere Rezession fallen werden." Riley erwartet, dass Dow Jones und S&P um zehn Prozent zulegen werden.

30-jährige US-Staatsanleihen legten am 31. Dezember um einen Punkt zu. Die Rendite fiel auf 5,47 Prozent. Festverzinsliche US-Werte haben 2001 dank des steil nach unten gerichteten US-Zinstrends teilweise stark gewonnen.

Fester notiert hat unmittelbar vor der Einführung des Eurobargeldes bei dünnen Umsätzen der Euro gegenüber dem Dollar. Die Einheitswährung festigte sich auf 0,89130 Dollar nach 0,88570 Dollar am Vortag. Ein Dollar wurde mit 2,1944 DM (15,4388 Schilling) bewertet nach 2,2089 DM davor. Im Jahresvergleich verlor der Euro allerdings etwa sechs Prozent. (dpa, AFP, vwd, Reuters, Bloomberg, Der Standard, Printausgabe, 02.01.02)

Share if you care.