Bombenanschläge auf Kirchen in Indonesien

1. Jänner 2002, 16:02
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Neue Übergriffe gegen Minderheit auf Sulawesi

Jakarta - Bei vier Bombenanschlägen auf christlicheKirchen in der indonesischen Provinz Zentral-Sulawesi sind in derNacht auf Dienstag mindestens zwei Menschen verletzt worden. UmMitternacht seien fast gleichzeitig in drei Gotteshäusern Sprengsätzeexplodiert, am Dienstagmorgen (Ortszeit) dann ein weiterer in einervierten Kirche, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Antara.Zudem sei großer Sachschaden angerichtet worden. Bei der Explosioneiner Granate in der Hauptstadt Jakarta wurde ein Mensch getötet.Der Hintergrund der Anschläge blieb zunächst unklar.

Auf der Insel Sulawesi (Celebes) ist es in den vergangenen Jahrenimmer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Moslems undChristen gekommen, denen seit 1998 rund 2000 Menschen zum Opfergefallen sind. Erst vor zwei Wochen hatten Anhänger beider Religioneneinen Friedensschluss und die Abgabe illegaler Waffen vereinbart.In zahlreichen größeren Städten Indonesiens waren aus Angst vorAnschlägen zum Jahreswechsel zehntausende Angehörige derSicherheitskräfte postiert worden.

Bewaffnete Mitglieder der islamistischen Organisation Laskar Jihadwaren im vergangenen Jahr von der Hauptinsel Java nach Sulawesigekommen. Die Miliz ist auf den Molukken berüchtigt, wo sieeinen Feldzug gegen die christliche Minderheit führt. Der Kriegdort kostete seit 1999 rund 9.000 Menschen das Leben. (APA/dpa)

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