8.000 "Startpakete" wurden verkauft

1. Jänner 2002, 13:51
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OeNB-Gouverneur Liebscher zufrieden über positive Reaktionen und Logistik

Wien - Mit großem Interesse haben die Österreicher auf die Einführung des Euro-Bargelds in der Silvesternacht reagiert: Die in der vergangenen Nacht von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Wien und den Landeshauptstädten angebotenen Startpakete mit Euro-Scheinen und Münzen im Wert von 500 Schilling (36,30 Euro) hätten "reißenden Absatz" gefunden, teilte die OeNB am Dienstag mit. Insgesamt seien davon rund 8.000 Stück verkauft worden.

Alle Interessenten hätten sehr positiv auf die gemeinsame Währung reagiert, sagte OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher, der sich selbst in der Umstellungsnacht als "Euro-Verkäufer" auf den Wiener Rathausplatz gestellt hatte. Die OeNB hat angekündigt, für jedes verkaufte Paket 5 Euro zu Gunsten der Aktion "Licht ins Dunkel" zu spenden.

Höhe des Schadens in Graz steht nicht fest

Angesprochen auf das Problem der zu billig verkauften Startpakete in der Grazer OeNB-Filiale, meinte der für die Euro-Logistik verantwortliche Direktor Alfred Scherz , die Höhe des Schadens stehe noch nicht fest. Er rechne noch immer damit, dass etliche "ehrliche" Kunden ihre zuviel erstandenen Startpakete zurück bringen werden. "Deswegen geht die Welt nicht unter", so Scherz. Die OeNB wolle die Angelegenheit intern regeln und werde keine Mitarbeiter an den Pranger stellen. Für den durch den unachtsamen Mitarbeiter entstandenen Schaden werde die OeNB aufkommen. Die tatsächliche Höhe des Schadens werde die OeNB voraussichtlich nicht mitteilen.

Nach Angaben von Europay wurden bis 11.00 Uhr an den rund 2.600 Bankomaten in Österreich bei insgesamt 165.000 Transaktionen Euro-Geldscheine im Gesamtwert von etwa 26 Mill. Euro (358 Mill. S) abgehoben. Im Durchschnitt wurden pro Transaktion 157 Euro behoben, "mit steigender Tendenz", wie es hieß. Interessen nahmen teils längere Warteschlangen in Kauf, um möglichst rasch an die ersten Euro-Scheine zu kommen. Die Umstellung der Bankomaten hat laut OeNB "bestens funktioniert", ebenso sei die Umstellung der Bank-Konten nach bisherigen Informationen planmäßig gelaufen.

Ausreichend Euro-Vorräte vorhanden

Für die Wirtschaft sind ausreichend Euro-Vorräte vorhanden. Die OeNB rechnet damit, dass die gesamte Euro-Umstellung in der zweiten Jännerhälfte weitgehend abgeschlossen sein wird. Mit der gelungenen Bargeldeinführung habe die OeNB "ein hohes logistisches Vorhaben realisiert und damit eindrucksvoll ihre Kompetenz unter Beweis gestellt", so Liebscher.

Die Nationalbank hat der Bevölkerung empfohlen, sich jetzt mit dem Euro vertraut zu machen und die Sicherheitsmerkmale der neuen Geldscheine zu "begreifen" und die Münzen "in den Griff" zu bekommen. Informationsmaterial mit dem Motto "fühlen, kippen, sehen" liegt in den Banken auf und ist auch im Internet unter www.oenb.at abrufbar.(APA)

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