Böllerschüsse von Sydney bis London

1. Jänner 2002, 10:21
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Kirchenglocken für Terroropfer in New York - Asien und Europa begrüßten das neue Jahr

Tokio/New York/Wien - Mit Feiern, Feuerwerken und mit Gebeten für den Frieden haben die Menschen in Asien und Europa das neue Jahr begrüßt. In den zwölf Ländern der Euro-Zone wurde zugleich die neue Einheitswährung ausgelassen willkommen geheißen, aber auch in London und Moskau strömten Tausende in Feierlaune in die Innenstädte. Geschätzte 500.000 Menschen begrüßten in der Wiener Innenstadt lautstark das Neue Jahr und den Euro.

Schon am Nachmittag europäischer Zeit läuteten Australien und Asien das neue Jahr ein. In Sydney trotzten eine Million Australier der Rauchglocke, die sich wegen der Buschbrände in der Umgebung über die Metropole gelegt hat, und erfreuten sich am großen Feuerwerk im Hafenviertel.

Tokio: Läuten der Tempelglocken

In Tokio begrüßten buddhistische Priester in schwarzen Roben das neue Jahr mit dem Läuten der Tempelglocken. Ungeachtet der bedrückenden wirtschaftlichen Sorgen in vielen Ländern strömten von Neu-Delhi über Bangkok bis Jakarta Hunderttausende zum Feiern auf die Straßen. Mit Zerstörungen begann 2002 allerdings auf der Pazifikinsel Niuafo'ou - einem der ersten Orte, wo im Kreis der Weltzeitzonen das neue Jahr Einzug hielt. Hier beschädigte ein tropischer Sturm zahlreiche Häuser, Bäume und Felder und unterbrach für mehrere Stunden die Telefonverbindungen.

In Moskau füllten Tausende Menschen trotz eisiger Temperaturen den Roten Platz, um das neue Jahr willkommen zu heißen. Auch in London konnte die Kälte den unzähligen Feiernden im Trafalgar Square nichts anhaben - ebenso wenig wie die Bitte der Polizei, den Platz im Stadtzentrum möglichst zu meiden, weil es dort wiederholt zu Ausschreitungen gekommen ist. In der schottischen Hauptstadt Edinburgh krönten ein Rockkonzert und ein Feuerwerk vor dem Schloss die viertägigen Neujahrsfeiern.

Riesenfeier am Brandenburger Tor

Die größte Silvesterfeier Deutschlands fand am Brandenburger Tor in Berlin statt. Dort rutschten rund 1,2 Millionen Besucher friedlich und gewaltlos in das neue Jahr. In Straßburg kam es am Sylvesterabend wie in den Jahren zuvor zu vereinzelten Krawallen in den Vororten. Insgesamt seien 20 Autos in Flammen aufgegangen, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Bei einer Explosion in einem Festsaal in der Ortschaft Barr im Elsass wurden mindestens zwölf Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Die Ursache war zunächst unklar. Wegen eines falschen Terroralarms musste eine Maschine der Fluggesellschaft Air France auf dem Weg von Paris nach Washington notlanden.

In New York Kurz läuteten vor dem Jahreswechsel zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September die Glocken sämtlicher Kirchen. Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten auf dem Times Square liefen unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen. Rund 7.000 Polizisten waren im Einsatz, als sich Zehntausende dort versammelten. Bis zu 500.000 Menschen wurden zu der Veranstaltung erwartet, die auch an die Opfer der Terroranschläge erinnern sollte: In die Kristallkugel, die alljährlich an Mitternacht über dem Platz niedergelassen wird, waren unter anderem die Namen der Ortschaften und Bezirke der Opfer eingraviert. Luftballons in den Nationalfarben rot-weiß-blau schwebten über dem Platz.

In Peru wurden die Feiern zu Silvester von der Brandkatastrophe in der Hauptstadt Lima überschattet. Die Polizei konfiszierte am Montag tonnenweise Raketen. Eine Explosion von Feuerwerkskörpern hatte das Flammeninferno in der Nacht zum Sonntag ausgelöst.(APA/AP/dpa)

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