Erste Euro-Fälschungen entdeckt

4. Jänner 2002, 09:45
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Kopiertes Geld im Kosovo - Fälscher in Nordrhein-Westfahlen verhaftet

Pristina/Düren/Toulouse/Mainz - Tausende fotokopierte Euro-Geldscheine haben Leser einer albanischsprachigen Zeitung im Kosovo am Donnerstag bei der Zeitungslektüre vorgefunden. Es habe sich um "einfache Kopien" der Scheine von 5 bis 500 Euro gehandelt, sagte der Sprecher der örtlichen UN-Polizei, Barry Fletcher. Die Kopien ohne den Aufdruck "Muster" hätten der Zeitung "Seri" in einem Umschlag beigelegen. Die UN-Verwaltung der Provinz rief die Bevölkerung auf, die Scheine zu vernichten. Ein krimineller Hintergrund sei bisher nicht zu erkennen, sagte Fletcher. Die Zeitung habe mit der örtlichen Bank bei einer Informationskampagne zum Euro zusammengearbeitet.

Geklebter Schein in Deutschland

Eine Spielhalle in Alzey hat einem Betrüger eine der ersten gefälschten 500-Euro-Noten in fast tausend DM (511 Euro/7.036 S) eingetauscht. Der Schein sei aus zwei Hälften einer Abbildung aus einer Zeitungsbeilage zum Euro zusammengeklebt worden, teilte das Polizeipräsidium Mainz am Donnerstag mit. Die Spielhallen-Kassiererin habe ihren Chef noch gefragt, ob sie einen 500-Euro-Schein annehmen dürfe, dieser habe zugestimmt. Erst später sei dann die Fälschung erkannt worden.

Der 25 bis 30 Jahre alte Mann habe so am Neujahrstag 977,71 DM erbeutet und sei flüchtig. Erhalten hat er immerhin gut 20 Pfennig weniger als der genau umgerechnete Mark-Betrag. "Alle anderen Euro-Scheine waren in der Zeitung wohl kleiner abgebildet, nur der 500-Euro-Schein entspracht dem Original", sagte eine Polizeisprecherin.

Fälscher geschnappt

Die Polizei im nordrhein-westfälischen Düren hat einen Euro-Fälscher geschnappt. Wie die Kreispolizei am Donnerstag mitteilte, wurde der 34-Jährige bereits am Nachmittag des Vortages mit 1,3 Promille im Blut vorläufig festgenommen, weil er versucht hatte, mit der Fotokopie eines 20-Euro-Scheines zu bezahlen. Die gefälschte Banknote sei sicher gestellt worden. Gegen den Mann sei ein Strafverfahren eingeleitet worden. Er habe versucht, im Kiosk einer Tankstelle mit dem Falschgeld zwei Getränke zu bezahlen. Die Kassiererin bemerkte jedoch die Fälschung und alarmierte die Polizei. "Spätestens jetzt weiß auch dieser Täter, dass auf Grund der Sicherheitsmerkmale Fotokopien von Euro-Geldnoten sofort als Fälschungen auffallen", so die Polizei.

Spielgeld

In Südfrankreich ist ein Kellner im Euro-Rummel auf Spielgeld hereingefallen. Der Ober habe beim Nachzählen am Abend festgestellt, dass er einen notdürftig auf fünf Euro getrimmten Monopoly-Schein als echtes Geld angenommen hatte, sagte der Kneipenbesitzer Jean-Paul Boutan aus der Kleinstadt Auch am Donnerstag. Sein Angestellter habe sich allzu sehr darauf konzentriert, den Kunden kein falsches Wechselgeld herauszugeben. Dabei habe er dann das Monopoly-Geld für einen Euro-Schein gehalten. (APA/Reuters/AP/afp)

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