Jugoslawischer Präsident Kostunica für vorgezogene Neuwahlen 2002

2. Jänner 2002, 10:00
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Serbischer Regierungschef Djindjic fürchtet Instabilität

Belgrad - Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica hat sich in einem Zeitungsinterview für vorgezogene Neuwahlen Anfang 2002 ausgesprochen. Er sagte der Tageszeitung "Politika", nur so seien Verfassungsänderungen in Serbien und Jugoslawien zu vollenden. Neuwahlen würden die politische Lage nicht automatisch destabilisieren, sondern könnten zu sozialem Fortschritt führen, sagte Kostunica weiter. Dem widersprach sein politischer Gegner, der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic.

Djindjic erklärte, Neuwahlen würden die Qualität des politischen Systems untergraben und ein Klima der Unsicherheit schaffen. "Wahlen sind nur eine Notwendigkeit, wenn die politischen Differenzen so groß sind, dass Verhandlungslösungen unmöglich sind", sagte er. Kostunica erklärte, die jugoslawische Föderation sei die beste Lösung für die Bevölkerungen in Serbien und Montenegro. Er sei optimistisch, was ihr Überleben angehe. Die Regierung in Montenegro strebt nach Unabhängigkeit; ein entsprechendes Referendum soll im Frühjahr stattfinden. (APA/AP)

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