80 Prozent der Industriebetriebe telefonieren mit Alternativen

27. Dezember 2001, 13:49
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Umfrage: Preise seit 1999 um 38 Prozent gesunken - Tendenz zum Wechsel nimmt aber wieder ab

Der österreichische Telekom-Markt war im vierten Jahr nach dem Fall der Monopolstellung der Telekom Austria von rückläufigen Gesprächskosten und gestiegener Produktqualität geprägt. Das geht aus einer vom US-Consultingunternehmen Arthur D. Little (ADL) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) durchgeführten Umfrage unter heimischen Industriebetrieben hervor.

Vier von fünf

Vier von fünf heimischen Industriebetrieben telefonierten demnach 2001 bereits über alternative Telekom-Anbieter. "Dieser Wettbewerb hat sich sehr positiv auf die Produkt- und Preisqualität aller Telekom-Anbieter ausgewirkt", meinte ADL Österreich-Chef Georg Serentschy am Freitag in einer Aussendung.

Pro Mitarbeiter 4300 Schilling

Im Jahr 2001 haben laut Serentschy die durchschnittlichen Festnetz-Telefoniekosten pro Mitarbeiter in Österreichs Industrie rund 4.300 S (312 Euro) betragen. Das entspricht einem Rückgang um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, wodurch sich die Ersparnis der durchschnittlichen Festnetzkosten seit 1999 auf 38 Prozent summiert.

Wechsel-Bereitschaft nimmt wieder ab

Parallel zu diesen Entwicklungen scheint die Bereitschaft der Industriekunden zu einem Wechsel des Anbieters mittlerweile aber wieder abzunehmen. Während im Jahr 2000 noch 32 Prozent der Industrieunternehmen mit einem Anbieter-Wechsel spekuliert haben, sind es heuer nur noch 15 Prozent.

Unterschiedliche Qualitäten

Nach Meinung der befragten Industriekunden sind die Ausfallssicherheit und die Sprachqualität der Telekom Austria jedoch nach wie vor besser als bei der alternativen Konkurrenz. In den Bereichen Abrechnungstransparenz, Preis/Leistungsverhältnis, Angebot und Beratung sowie Schnelligkeit und Freundlichkeit der Mitarbeiter erhalten die Alternativen hingegen die besseren Noten.

UTA gewann am meisten

Die meisten alternativen Telefonkunden konnte laut Serentchy zuletzt die UTA gewinnen, auf sie entfallen demnach 34 Prozent (plus vier Prozent gegenüber 2000) aller alternativ Telefonierenden. 17 Prozent hält tele.ring (minus ein Prozent), 12 Prozent European Telecom (plus zwei Prozent), neun Prozent CyberTron (minus zwei Prozent) und sieben Prozent Tele2 (plus ein Prozent).

UTA-Netway vor A-Online

Bei den Internet-Providern liegt UTA nach der Fusion mit Netway mit 21 Prozent Marktanteil bei den Industrieunternehmen klar vor A-Online der Telekom Austria mit 15 Prozent (minus vier Prozent). KPNQwest betreut 14 Prozent (plus ein Prozent) und Nextra 5 Prozent (minus drei) in diesem Marktsegment.

Mobilfunkmarkt gehört Mobilkom

Den Mobilfunkmarkt bei den Industriebetrieben dominiert die Telekom Austria-Tochter Mobilkom hingegen trotz eines zehnprozentigen Rückgangs weiterhin eindeutig mit einem Anteil von 70 Prozent. Als besondere Stärken heben die befragten Kunden die Produktqualität, die Netzabdeckung, die Sprachqualität und die Netzstabilität hervor.

Freundlich und schnell

Für die alternativen Funknetzbetreiber sprechen aus Kundensicht - wie im Festnetzbereich - die Abrechnungstransparenz, das Preis/Leistungsverhältnis, Angebot und Beratung sowie Schnelligkeit und Freundlichkeit. max.mobil erhöhte seinen Anteil 2001 auf 17 Prozent (plus zwei Prozent) und One verdoppelte seinen Wert auf Jahressicht auf zehn Prozent. tele.ring kommt rund ein Jahr nach Markteinführung auf drei Prozent.(APA)

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    foto: photodisc
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