Explosiv oder Plopp, aber immer ein prickelndes Vergnügen

25. Dezember 2001, 22:31
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Champagner - immer ein Synonym für festliche Anlässe. Bevor eine Traube ihren Weg stilvoll im Sektkelch beendet, ist es ein langer Weg.

Im Idealfall dauert dieser Weg sogar bis zu drei Jahre - so lange können nämlich Spitzensekte brauchen, um ihren vollen Geschmack zu entfalten.

Nicht einmal am Anfang sind alle Trauben gleich. Schon an der Rebe entscheidet sich das weitere Schicksal der Früchte. Bei Qualitätserzeugnissen wird etwa nur der Ablaufsaft - das ist jene Flüssigkeit, die alleine durch das Eigengewicht bei der Lagerung entsteht - oder die erste Pressung verwendet. Bei Billig-Produkten werden die Trauben manchmal sogar mit Putz und Stengel ausgepreßt, wissen Experten.

Insgesamt kennen die Erzeuger drei Methoden, um Sekt herzustellen. Der Anfang ist für alle Trauben noch der gleiche. In Stahltanks werden sie zu Wein vergoren. Hat die Frucht einen elitären Weg zum Champagner oder "Sparkling"-Sekt vor sich, so wird der fertige Rebensaft nach der "traditionellen Methode" in Flaschen abgefüllt und mit Hefe und Zucker vermischt.

Der Zucker verwandelt sich bei der zweiten Gärung dann zu Kohlensäure und Alkohol. Dieser Vorgang dauert bei Spitzenerzeugnissen mindestens ein Jahr, es können sogar bis zu drei sein. Fertig gegoren kommt der zukünftige "edle Tropfen" auf ein Rüttelpult. Dort werden die Flaschen händisch insgesamt 24 Mal kopfüber gerüttelt, gedreht und immer steiler gestellt. Schließlich wird die Hefe mittels Kühlung am Flaschenhals zu einem Eispfropfen gefroren und durch den Druck aus der Flasche geschleudert. Letztlich wird das Getränk noch mit einem Wein-Zucker-Gemisch versehen, wodurch der Süßegrad bestimmt wird.

Bei der Tanksekt-Methode, die bei den meisten Sorten zum Einsatz kommt, wird der Wein nicht in Flaschen, sondern in einem weiteren Stahltank mit Hefe und Zucker versehen. Das Gemisch wird schließlich in einer Kläranlage gefiltert und abgefüllt. Die "Flaschengär-Methode" ist schließlich eine Mischung aus beiden.

Dabei erfolgt die Gärung zwar in der Flasche, das händische Schüttel wird allerdings durch eine Klärung in einer Filteranlage ersetzt. Nach der Reinigung wird das Getränk wieder in Flaschen abgefüllt. (apa)

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