Frauen-Business-Excellence

30. Jänner 2002, 10:55
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Wenn es um Unternehmensqualität geht, haben gemischte Teams die Nase vorn - Teil 1

Im Spätherbst 2001 wurde zum fünften Mal der Austrian Quality Award von Minister Bartensteiner übergeben. Sieben GeschäftsführerInnen aus vier Unternehmen präsentierten am Podium Ihre Business Excellence-Systeme. Darunter drei Frauen - deutlich mehr als bei sonstigen vergleichbaren Veranstaltungen. Ein Puzzlestein, der die These weiter untermauert, dass Frauen wesentliche Beiträge zu zukunfts- und erfolgsorientierten Managementansätzen leisten. Und es sind auch gerade die Potenziale von gemischten Teams, mit denen Unternehmen beim Quality Award punkten können:

Der Austrian Quality Award wird seit 1996 jährlich von der Austrian Foundation for Quality Management AFQM an Unternehmen mit herausragender Business Excellence vergeben. Die Grundlage dafür bildet das AFQM-Modell des Total Quality Management TQM, das die großen unternehmerischen Regelkreise aufzeigt. Gemäß der TQM-Grundthese ist Kundenzufriedenheit und –bindung die Grundsäule des Erfolgs. MitarbeiterInnen-Orientierung ist zwischen Führung, Strategie und den Prozessen angesiedelt. Know-How-Aufbau, Persönlichkeits-, Führungskräfte- und Teamentwicklung sind damit als Führungsinstrumentarium positioniert, mit dem jene Skills geschaffen werden, um die Prozesse gemäß der Unternehmensstrategie umzusetzen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Ressourcen – wie z.B. auch Wissen und Informationen -, die Gestaltung von Kooperationen und die gesellschaftspolitische Verantwortungen runden das TQM-Modell ab.

Systemisches, ganzheitliches Denken

Jedes sich bewerbende Unternehmen wird von einem siebenköpfigen AssessorInnen-Team gemäß der Radar-Logik (Results – Approach – Deployment – Assessment & Review) bewertet. Gefragt sind – beim Management der sich bewerbenden Unternehmen gleichermaßen wie bei den bewertenden AssessorInnen – systemisches, ganzheitliches Denken, das auf die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Aspekten ausgerichtet ist. Hard- und Soft-Facts stehen in einer ausgewogenen Balance: Es geht um die systematische, profitable Umsetzung einer TQM-Philosophie.

Der wahre Wert des Assessment-Prozesses - mit oder ohne Bewerbung um den Austrian Quality Award - steckt aber hauptsächlich im Feed-back zu Stärken und Verbesserungspotenzialen. In kaum einem anderen Prozedere wird ein Unternehmen so gründlich und ganzheitlich durchleuchtet. Dies liefert wesentliche Inputs, um klare Prioritäten und Maßnahmenpläne zur wirkungsvollen Weiterentwicklung des Unternehmens abzuleiten.

Synergiepotenziale

Die Synergiepotenziale gemischter Teams von Männern und Frauen erschließen genau die Voraussetzungen, um diese Herausforderungen eines umfassenden Managementansatzes gerecht zu werden: Die Frage lautet nicht "analytisches Denken oder gesamthafte Intuition". Es geht vielmehr um die Synthese beider Ansätze. Wer einerseits Zahlen, Daten, Fakten zu analysieren versteht und andererseits auch das intuitive Vokabular beherrscht, erzielt in seinen Aussagen mehr Tiefenschärfe und erschließt damit wertvolle Lösungspotenziale. Zielstrebiges, geplantes Handeln und situatives Reagieren auf die Einflüsse und Feed-backs des Umfelds kennzeichnen Erfolgsstrategien von gemischten Teams. Es zahlt sich absolut aus, das energievernichtende Machtspiel "Wer ist besser/wichtiger?" zu Gunsten eines wertschätzend, respektvollen Kooperierens aufzugeben.

Monika Herbstrith ist Geschäftsführerin der Consulting-Firma "Impuls&Wirkung".
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www.afqm.at
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