Chicago ist "Mordhauptstadt"

22. Dezember 2001, 11:28
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US-Metropole sichert sich mit 658 Toten den zweifelhaften Titel

Chicago - Seit den Zeiten von Al Capone scheint sich nicht viel verändert zu haben: Chicago erhält laut am Freitag veröffentlichten offiziellen Zahlen auch in diesem Jahr den dubiosen Titel der "Mordhauptstadt" der USA. Zwei Wochen vor Jahresende steht die Bilanz bei 648 Morden. In New York mit dreimal so vielen Einwohnern wurden 2001 dagegen "nur" 619 Menschen ermordet.

Die Polizei zeigte sich angesichts der Statistik überrascht. Seit 1994 war die Zahl der Mordopfer in Chicago kontinuierlich gesunken. Polizeichef Thomas Needham sah dennoch einen positiven Aspekt: "Es gibt immer noch 200 bis 300 Morde weniger als in den späten achtziger oder frühen neunziger Jahren. Chicagos "Mord-Rekord" steht bei 970 Tötungen im Jahr 1974.

Die Gewaltkriminalität in New York war 2001 auf dem niedrigsten Stand seit fast vier Jahrzehnten - wenn man die Anschläge auf das Word Trade Center nicht berücksichtigt. Die nahezu 3.000 Toten des 11. September wurden in dem am Freitag vorgestellten Jahresbericht zur Kriminalitätsentwicklung in der Millionenstadt wohl als Mordopfer geführt, eine Fußnote verweist allerdings darauf, dass ohne Berücksichtigung der Terrorismus-Opfer bis zum 16. Dezember in New York 617 Menschen umgebracht wurden.

Auch andere Verbrechen wie Vergewaltigungen, Raubüberfälle oder Autodiebstähle seien in New York deutlich zurück gegangen, sagte Polizeichef Bernhard Kerik. "Wir stehen weit besser da als vermutet." Insgesamt sei die Zahl der erfassten Verbrechen, ohne die Terroranschläge, um 12,4 Prozent geringer gewesen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. New York sei damit weit sicherer als viele andere US-Millionenstädte.(APA/AFP/dpa)

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