Europäischer Lenkwaffen-Konzern MBDA startet

19. Dezember 2001, 16:03
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Noch ohne LFK - "Kristallisationspunkt für die europäischen Aktivitäten"

Paris/München - Mehr als zwei Jahre nach dem Beschluss zu seiner Gründung ist der europäische Lenkwaffen-Hersteller MBDA tatsächlich an den Start gegangen. Mit rund zwei Mrd. Euro (27,5 Mrd. S) Umsatz, einem Auftragsbestand von 13 Mrd. Euro und 10.000 Mitarbeitern sei MBDA der weltweit zweitgrößte Hersteller von Lenkflugköpern (Missiles), sagte Vorstandschef Fabrice Bregier in Paris.

Die Rüstungs- und Luftfahrt-Konzerne BAE Systems und EADS halten jeweils 37,5 Prozent der Anteile an der MBDA, die italienische Finmeccanica 25 Prozent. Ob und wie der deutsche Lenkflugkörper-Hersteller LFK in die MBDA eingegliedert wird, sei offen, sagte ein EADS- Sprecher in München.

"Kristallisationspunkt für die europäischen Aktivitäten"

"Die MBDA ist der Kristallisationspunkt für die europäischen Aktivitäten", sagte der Sprecher weiter. Die LFK, die bereits zu 30 Prozent der MBDA und zu 70 Prozent der EADS direkt gehört, leidet mit ihren 1.000 Mitarbeitern derzeit stark unter dem Mangel an Aufträgen der deutschen Bundeswehr für die Projekte "Taurus" und "Meteor". Gespräche mit der Nürnberger Rüstungsfirma Diehl, die ebenfalls Lenkwaffen herstellt, hatte EADS-Co-Chef Rainer Hertrich vor wenigen Wochen für gescheitert erklärt.

BAE Systems und der französische Teil der EADS hatten ihre Lenkwaffen-Aktivitäten Matra BAE Dynamics und Aerospatiale Matra Missiles bereits zusammengelegt. Nun kommt noch die Lenkwaffen-Sparte der Finmeccanica-Tochter Alenia Marconi Systeme hinzu, an der BAE Systems ebenfalls beteiligt war. Unter der Holding MBDA soll es weiter drei nationale Gesellschaften geben. Die MBDA sei nun auch für Kunden und Partner in den USA attraktiv, betonte Bregier.(APA/Reuters)

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    foto: mbda
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