Die Wandlung des Harald Cerny

18. Dezember 2001, 11:27
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Vom Flügelflitzer zum Libero - Die Entscheidung über die sportliche Zukunft fällt in der Winterpause

München - Jahrelang war Harald Cerny in den Reihen des deutschen Fußball-Bundesligisten TSV 1860 München der Mann für die rechte Seite im Mittelfeld. Nach der Verpflichtung von Michael Wiesinger im Sommer wurde der Arbeitsplatz des ÖFB-Legionärs ein bisschen weiter nach innen und ein Stück weiter nach hinten verlegt. Im defensiven Mittelfeld fand er sich nach langwierigen Schulterverletzung, die er sich in der ersten Runde gegen den 1. FC Kaiserslautern zugezogen hatte, zuletzt immer besser zurecht.

Weil sich Thomas Votava, der tschechische Abwehrchef, beim Aufwärmen am vergangenen Samstag für das Heimspiel gegen Aufsteiger Borussia Mönchengladbach (2:2) verletzt hatte, stellte Trainer Peter Pacult seinen Landsmann kurzerhand als Libero auf. "Im Tor kann ich aber nicht spielen, weiter als jetzt geht`s nimmer", meinte der 28-jährige zu seiner Wandlung vom Mittelfeldakteur zum letzten Mann mit einem Lächeln.

"Ich habe Anfragen"

Diese Wandlung zum Allrounder eröffnen dem Niederösterreicher durchaus positive Aspekte. Seine vielseitigen Qualitäten werden auch von anderen Vereinen geschätzt. "Ich habe Anfragen", verrät der Internationale, dessen Vertrag mit den Sechzigern im Sommer 2002 endet, dem deutschen Fachmagazin "kicker" (Montag-Ausgabe). Doch der Poker läuft schon auf Hochtouren.

Woher die Interessenten kommen, will er aber nicht Preis geben. Gerüchteweise wird ihm immer wieder ein Flirt mit dem Hamburger SV und somit auch mit seinem Landsmann Kurt Jara nachgesagt. "Mein Berater und ich haben nicht mit dem HSV gesprochen. Auch vom HSV kam bisher keine Anfrage. Da ist hundertprozentig überhaupt nichts dran", beteuerte Cerny im "kicker". Wahr sei, dass ihn Jara vergangenes Jahr zum FC Tirol holen wollte.

Entscheidung in der Winterpause

Gesprochen habe er bisher nur mit dem TSV 1860 München. Sportdirektor Dirk Dufner hat für diese Personalie ein gutes Gefühl. "Es sieht ganz gut aus", bestätigt auch Cerny. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht abzusehen. "Bis zum Ende der Winterpause will ich mich entscheiden. So oder so". Dass ihn die Nähe zu seiner Heimat und familiäre Gründe (Jungvater von Zwillingen) in München halten könnten, weist der "Löwen"-Kapitän von sich. (APA)

  • Cerny bewährt sich unter Pacult in seiner neuen Rolle als Libero

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